Gerüst-Wiki · Verankerung

Gerüsthalter (Wandanker)

Wie der Gerüsthalter das Gerüst mit der Fassade verbindet, welche Längen es gibt und wie er richtig angeschlossen wird, erklärt dieser Beitrag.

Auch bekannt als: Wandanker, Gerüstanker, Anker, Wandhalter, Ankerrohr, Schnellanker, Festmacher, Wandarm

Gerüsthalter (Wandanker) – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Gerüsthalter (Wandanker)
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient der Gerüsthalter?

Ein Fassadengerüst ist schmal und hoch, ein frei stehender Rahmenzug von 0,73 m Tiefe und zwölf Metern Höhe würde beim ersten kräftigen Windstoß umfallen. Der Gerüsthalter ist die Verbindung, die das verhindert. Er koppelt die Ständer des Gerüsts an das Gebäude und leitet Wind- und Kippkräfte über die Ringschraube in die Wand. Erst mit Ankern wird aus aufgesteckten Rahmen ein standsicheres Gerüst.

Dabei gibt es zwei Kraftrichtungen: rechtwinklig zur Fassade, also Zug und Druck, und parallel zur Fassade. Der einfache Gerüsthalter übernimmt nur die erste. Für Kräfte entlang der Wand gibt es den V-Halter.

Aufbau und Varianten

Ein Gerüsthalter ist ein Stahlrohr mit 48,3 mm Durchmesser, an dessen wandseitigem Ende ein Haken angeschweißt ist. Dieser Haken greift in die Öse der Ringschraube. Am Gerüst wird der Halter mit einer Normalkupplung am Ständer befestigt.

  • Kurzer Gerüsthalter: etwa 0,4 bis 0,5 m lang, mit einer Kupplung am inneren Ständer. Er nimmt nur Kräfte rechtwinklig zur Fassade auf.
  • Langer Gerüsthalter: reicht über die ganze Gerüstbreite und wird mit zwei Kupplungen an Innen- und Außenständer angeschlossen. Längen bis rund 1,5 m sind verbreitet, bei großen Wandabständen auch mehr. Bei den 1,00 bzw. 1,09 m tiefen Maurergerüsten mit drei Belägen nebeneinander braucht man entsprechend längere Halter als beim schmalen Malergerüst.
  • Halter mit Gabel oder Klaue: umgreift das Belagprofil des Stellrahmens und spart je nach System eine Kupplung.
  • Hakenlage: Haken innen- oder außenliegend, je nachdem, wie viel Platz zwischen Wand und Ständer ist.

So wird der Gerüsthalter montiert

  1. Ankerpunkte nach dem Verankerungsraster der Aufbau- und Verwendungsanleitung festlegen. Planen oder Netze am Gerüst erhöhen die Windlast und verlangen oft ein engeres Raster.
  2. Ringschraube mit passendem Dübel in tragfähigen Ankergrund setzen, auf Höhe des späteren Anschlusses.
  3. Halter mit dem Haken in die Öse einführen.
  4. Halter möglichst nah am Knotenpunkt, also direkt unter dem Belag, mit der Normalkupplung am inneren Ständer anschließen. Beim langen Halter zusätzlich am äußeren Ständer.
  5. Kupplungen mit dem vorgeschriebenen Anzugsmoment festziehen, üblich sind 50 Nm.
  6. Verankerungen fortlaufend mit dem Aufbau einbauen, nicht erst am Ende. Beim Abbau kommen die Anker erst heraus, wenn die Lagen darüber abgebaut sind.

Okvirna ili modularna struktura?

Das Prinzip ist bei beiden gleich, nur der Anschlusspunkt unterscheidet sich. Beim Rahmengerüst sitzt der Halter unter dem Belagprofil des Rahmens, beim Modulgerüst direkt unter der Rosette, an der die Riegel der Arbeitsebene hängen. In beiden Fällen gilt: so nah wie möglich an den Knoten, damit die Kraft ohne Umweg ins Tragwerk geht.

Worauf Sie achten sollten

  • Richtiger Ankergrund: Stahlbeton und tragendes Mauerwerk sind geeignet. Fallrohre, Fensterrahmen, Schneefanggitter oder Balkongeländer sind es nicht.
  • Kein Draht, kein Strick: Rödeldraht oder Seile ersetzen keinen Gerüsthalter.
  • Abstand zum Knoten: Der Anschluss darf nur in engen Grenzen vom Knotenpunkt abweichen. Was zulässig ist, steht in der Anleitung.
  • Nicht eigenmächtig entfernen: Anker darf nur der Gerüstersteller umsetzen oder ausbauen. Fehlende Anker gehören zu den häufigsten Ursachen für Gerüsteinstürze.
  • Gebraucht kaufen: Haken auf Aufbiegung und angerissene Schweißnaht prüfen, Rohr auf Geradheit und Quetschungen. Ein aufgebogener Haken rutscht unter Last aus der Öse.

Često postavljana pitanja

Wie viele Gerüstanker braucht ein Fassadengerüst?
Das legt das Verankerungsraster in der Aufbau- und Verwendungsanleitung oder Zulassung fest. Es hängt unter anderem von Gerüsthöhe, Bekleidung mit Netzen oder Planen und der Gerüstbreite ab.
Darf ich als Handwerker einen Gerüstanker kurz lösen?
Nein. Verankerungen dürfen nur vom Gerüstersteller verändert werden. Stört ein Anker die Arbeit, muss der Gerüstbauer ihn fachgerecht umsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen kurzem und langem Gerüsthalter?
Der kurze wird mit einer Kupplung am inneren Ständer befestigt, der lange reicht über die Gerüstbreite und wird an Innen- und Außenständer angeschlossen.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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