Geländer (Seitenschutzholm)
Das Geländer ist der obere Holm des Seitenschutzes und hält im Ernstfall einen Sturz auf. Höhen, Varianten, korrekte Montage und typische Fehler am Gerüst.
Auch bekannt als: Geländerholm, Handlauf, Rückengeländer, Seitenschutzholm, Längsgeländer, Holm, Stange, Wehr

Wozu dient das Geländer?
Das Geländer ist das Teil, an dem man sich instinktiv festhält – und das im Ernstfall einen Sturz verhindert. Es bildet den oberen Teil des Seitenschutzes, der an allen genutzten Arbeitslagen vorhanden sein muss. Zusammen mit dem Zwischenholm und dem Bordbrett ergibt es den klassischen dreiteiligen Seitenschutz. Ohne Geländer wäre ein Gerüst in der Höhe schlicht nicht benutzbar.
Beim Rahmengerüst verbindet das Geländer an der Außenseite außerdem die Stellrahmen in Längsrichtung miteinander. Deshalb wird es beim Aufbau sehr früh eingesetzt, oft direkt nachdem der nächste Rahmen steht.
Aufbau und Varianten
Ein Geländer – auf der Baustelle Handlauf, Holm oder schlicht Stange genannt – ist ein Rohr aus feuerverzinktem Stahl, seltener aus Aluminium. Die Enden sind flachgedrückt und gelocht oder tragen ein Anschlussstück. Je nach System wird es über einen Kippstift geschoben, mit einem Keil in ein Geländerkästchen gesteckt oder mit einem Knebel an einer Öse gesichert. Im Modulgerüst mit Rosette übernimmt diese Aufgabe meist ein Rohrriegel, der in Geländerhöhe eingekeilt wird.
Die Längen entsprechen den Feldlängen, typisch 0,73 m bis 3,07 m. Für die Gerüstenden gibt es eigene Stirngeländer, und wer Handlauf und Zwischenholm in einem Teil möchte, greift zum Doppelgeländer.
Zwei Maße sollten Sie kennen: Die Oberkante des Seitenschutzes muss mindestens 1,00 m über dem Belag liegen. Und die Öffnungen dürfen nicht so groß sein, dass eine Kugel von 47 cm Durchmesser hindurchpasst – deshalb sitzt der Zwischenholm etwa auf halber Höhe.
So wird das Geländer montiert
- Nach dem Aufstecken der Rahmen bzw. Stiele das Geländer an der Außenseite einbauen, möglichst von der bereits gesicherten Lage aus.
- Das Geländer immer von der Belagseite her an die senkrechten Teile anlegen. So stützt es sich am Stiel ab, wenn sich jemand dagegenlehnt.
- Kippstifte vollständig schließen, Keile fest anschlagen oder Knebel senkrecht nach unten drehen.
- Zwischenholm und Bordbrett ergänzen.
- Ist der Abstand zwischen Belag und Wand größer als 30 cm und die Absturzhöhe über 2 m, auch innen einen Seitenschutz anbringen oder den Spalt mit Innenkonsolen verkleinern.
Beim Abbau bleibt das Geländer so lange wie möglich drin. Für die Montage der nächsten Lage gibt es vorlaufenden Seitenschutz, damit niemand ungeschützt am Rand steht.
Worauf Sie achten sollten
- Nicht einfach ausbauen: Wer ein Geländer zum Durchreichen von Material herausnimmt, baut es sofort wieder ein.
- Der richtige Kippstift: Kippstifte, die zur Gerüstaußenseite zeigen – etwa für Diagonalen –, sind nicht für Geländer gedacht.
- Verbogene Holme: Ein Geländer mit Knick hält die geforderte Last nicht mehr sicher. Aussortieren statt zurechtbiegen.
- Enden prüfen: Eingerissene, aufgeweitete oder ausgeschlagene Löcher sind typischer Verschleiß.
- Anschlagpunkte: Wo die Absturzsicherung eingehängt werden darf, legt die Anleitung des Systems fest – nicht das Bauchgefühl.
- Gebraucht kaufen: Gerade Rohre, intakte Enden und eine geschlossene Verzinkung – dann ist ein gebrauchtes Geländer so gut wie ein neues.
Vanliga frågor
Wie hoch muss ein Gerüstgeländer sein?
Braucht ein Gerüst auch innen ein Geländer?
Was gehört zum dreiteiligen Seitenschutz?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.