Durchstieg mit Leiter
Der Durchstieg ist Gerüstbelag und Aufstieg in einem: Boden mit Klappe und Leiter. Aufbau, Montage im Leitergang und Regeln für sicheres Steigen.
Auch bekannt als: Durchstiegsboden, Leitergangsrahmen, Leitergangstafel, Durchstiegsklappe, Luke, Steigertafel, Steiger, Schweineklappe

Wozu dient der Durchstieg?
Irgendwie muss man aufs Gerüst und von Lage zu Lage kommen. Der Durchstieg ist die einfachste Lösung dafür: ein Gerüstbelag mit Klappe, unter dem eine Leiter zur nächsten Lage führt. Er ersetzt im Aufstiegsfeld einen normalen Boden, und man steigt innerhalb des Gerüsts nach oben – ganz ohne zusätzliches Feld vor der Fassade. Ist die Klappe zu, läuft man darüber wie über jeden anderen Boden.
Klettern an Rahmen oder Diagonalen ist tabu. Deshalb braucht jedes Gerüst einen ordentlichen Aufstieg – entweder einen innenliegenden Leitergang mit Durchstiegen oder eine vorgebaute Gerüsttreppe.
Aufbau und Varianten
Ein Durchstieg besteht aus einem Rahmen, meist aus Aluminium, mit Belag aus Sperrholz oder Aluminium. Darin sitzt eine Öffnung mit klappbarem Deckel, durch die eine Person bequem hindurchpasst. Die Breite liegt meist bei rund 60 cm. Beim 0,73 m breiten Maler- und Putzergerüst ergänzt ein schmaler Boden das Feld; beim Maurergerüst mit rund 1,00 bzw. 1,09 m Tiefe kommen entsprechend mehr Böden daneben. Längen gibt es passend zu den Feldlängen, vor allem 2,57 m und 3,07 m.
Viele Durchstiege haben eine integrierte Leiter an der Unterseite, andere kommen ohne – dann wird eine separate Gerüstleiter eingehängt. Wichtig: Durchstiege tragen in der Regel weniger als Vollböden. Typisch ist Lastklasse 3, manche Ausführungen erreichen Lastklasse 4.
So wird der Durchstieg montiert
- Aufstiegsfeld festlegen. Die Durchstiege von Lage zu Lage versetzt anordnen, damit niemand mehrere Etagen tief fallen kann.
- Für einen sicheren Antritt unten sorgen: je nach System einen Belag direkt über den Spindeln auslegen oder die erste Leiter standsicher aufstellen.
- Durchstieg wie einen normalen Boden einhängen, die Leiter zur richtigen Seite ausrichten und einhaken.
- Den Rest des Feldes mit passenden Böden schließen – zum Beispiel einem Alu-Boden oder Stahlboden.
- Klappe testen: Sie muss leicht aufgehen und vollständig schließen.
- Die Rahmen am Leitergang so verankern, wie es die Anleitung verlangt – häufig mindestens in jeder zweiten Lage.
Beim Abbau werden die Durchstiege von oben nach unten mit zurückgebaut, damit immer ein sicherer Weg nach unten bleibt.
Leitergang oder Treppe?
Der innenliegende Leitergang ist schnell gebaut und braucht keinen zusätzlichen Platz. Für kurze Wege und wenige Personen ist er ideal. Wer aber täglich mit Eimern und Werkzeug hoch und runter muss, viele Leute auf dem Gerüst hat oder höher hinaus will, ist mit einem Treppenaufstieg besser bedient – oft verlangt auch die Gefährdungsbeurteilung danach.
Worauf Sie achten sollten
- Klappe zu: Die Klappe wird nur zum Durchsteigen geöffnet und gleich danach wieder geschlossen. Eine offene Luke ist eine Falle für jeden, der rückwärts mit Material unterwegs ist.
- Nichts auf die Klappe stellen: Material auf dem Deckel blockiert den Weg nach unten und belastet die Scharniere.
- Scharniere und Anschläge: Ausgeschlagene Scharniere oder klemmende Deckel prüfen.
- Leiter: Sprossen, Holme und Einhängehaken auf Verformung und Risse kontrollieren; die Leiter darf nicht wackeln.
- Belagplatte: Bei Sperrholz auf Feuchteschäden und abgelöste Schichten achten.
- Gebraucht kaufen: Klappe mehrmals öffnen und schließen, Leiter ausklappen, Kopfbeschläge ansehen. Ein verzogener Rahmen schließt nicht mehr sauber und ist kein Schnäppchen.
Häufige Fragen
Muss die Klappe im Gerüst-Durchstieg geschlossen sein?
Warum werden Durchstiege versetzt angeordnet?
Wie viel kann ein Durchstieg tragen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.