Keilkopf und Keil
Keilkopf und Keil verbinden Riegel, Diagonalen und Konsolen mit der Rosette des Modulgerüsts. So funktioniert die Verbindung, so sitzt der Keil richtig fest.
Auch bekannt als: Keilverbindung, Riegelkopf, Keilkopfanschluss, Keilkupplung, Anschlusskopf, Riegelkeil

Wozu dienen Keilkopf und Keil?
Das Herzstück jedes Modulgerüsts ist ein unscheinbares Duo: der Keilkopf am Ende eines Riegels und der Keil, der ihn an der Rosette oder Lochscheibe festhält. Mit wenigen Handgriffen entsteht daraus ein Knoten, der Lasten in alle Richtungen überträgt – ganz ohne Schraube und ohne Kupplung.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Riegel, Diagonalen und Konsolen lassen sich in festen Höhenabständen rund um den Stiel anschließen, oft in vielen Richtungen gleichzeitig. Die Rosetten sitzen typischerweise alle 0,50 m am Stiel. Das macht das System flexibel für Rundungen, Treppentürme oder Industriegerüste. Ohne fest sitzende Keile wäre der Knoten aber nur lose eingehängt – das Gerüst würde wackeln und könnte sich unter Last verformen.
Aufbau und Varianten
Der Keilkopf ist ein geschlitztes Formteil aus Stahlguss oder geschmiedetem Stahl, das an das Rohr des Bauteils angeschweißt ist. Sein Schlitz passt genau über die Scheibe am Stiel. Durch eine senkrechte Öffnung im Kopf wird der Keil gesteckt, der dann durch ein Loch in der Rosette fährt. Bei vielen Systemen ist der Keil unverlierbar am Kopf befestigt, sodass er nicht herunterfallen kann.
- Kleine Löcher in der Rosette zentrieren das Bauteil automatisch im rechten Winkel – ideal für Rohrriegel und Belagriegel.
- Große Löcher erlauben freie Winkel, etwa für Diagonalen oder schräge Anschlüsse.
- Feste Keilköpfe sitzen starr am Riegel, drehbare Keilköpfe an Diagonalen gleichen die Neigung aus.
- Keilkopfkupplungen verbinden ein normales Gerüstrohr über einen Keilkopf mit der Rosette – praktisch für Sonderlösungen.
Auch bei Rahmengerüsten gibt es Keilverbindungen, zum Beispiel an Geländerkästchen, in die das Geländer eingesetzt und mit einem Keil gesichert wird.
So werden Keilkopf und Keil montiert
- Keilkopf über die Rosette schieben, sodass der Schlitz die Scheibe ganz umfasst.
- Keil durch die Öffnung im Kopf und das passende Loch der Rosette stecken. Schon jetzt ist das Bauteil gegen Herausrutschen gesichert.
- Bei langen Riegeln zuerst das entfernte Ende mit eingestecktem Keil auflegen, dann das nahe Ende einhängen – so kann nichts abstürzen.
- Alle Bauteile eines Knotens ausrichten, bevor man festschlägt.
- Den Keil mit einem Metallhammer von etwa 500 g festschlagen, bis der Hammer spürbar zurückprallt.
- Prüfen, ob der Keil fest sitzt und der Kopf satt an Stiel und Scheibe anliegt.
Zum Abbau schlägt man den Keil von unten heraus. Vorsicht bei lasttragenden Teilen wie Diagonalen: Sie dürfen sich nicht unbeabsichtigt lösen, solange darüber noch etwas steht.
Worauf Sie achten sollten
- Nur eingehängt ist nicht montiert. Ein Keil, der nicht festgeschlagen ist, überträgt kaum Kräfte. Sofort nach dem Einbau nachschlagen.
- Zu großer Hammer: Schwere Fäustel beschädigen Keil und Kopf. Ein normaler Gerüstbauhammer reicht.
- Verbogene oder rissige Keile gehören aussortiert, ebenso Keilköpfe mit aufgebogenem Schlitz.
- Beton und Mörtel im Kopf verhindern, dass er sauber über die Scheibe passt.
- Schweißnaht zwischen Kopf und Rohr auf Haarrisse prüfen.
- Beim Gebrauchtkauf von Riegeln und Diagonalen jeden Keilkopf kurz testen: Lässt er sich leicht über eine Rosette schieben, ist der Keil vorhanden und gerade? Fehlende Keile lassen sich ersetzen, verformte Köpfe nicht.
Welche Bauteile mit welchen Rosetten kombiniert werden dürfen, regelt allein die Aufbau- und Verwendungsanleitung mit der Zulassung des jeweiligen Systems.
Häufige Fragen
Wie fest muss ein Gerüstkeil geschlagen werden?
Wozu sind die kleinen und großen Löcher in der Rosette?
Kann man fehlende Keile am Riegel ersetzen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.