Lastverteilende Unterlage
Welche lastverteilende Unterlage auf Rasen, Kies oder weichem Boden taugt, was tabu ist und wie man sie unter dem Gerüst richtig auslegt, erfahren Sie hier.
Auch bekannt als: Lastverteilungsplatte, Unterlegbohle, Gerüstunterlage, Unterbau, Lastverteiler, Unterlegholz, Kantholz
Wozu dient die lastverteilende Unterlage?
Eine Fußspindel hat eine Grundfläche, die kaum größer ist als ein Bierdeckel. Darüber stehen unter Umständen mehrere Tonnen. Auf Beton oder Asphalt ist das kein Problem, auf Rasen, frisch verfülltem Arbeitsraum oder durchweichtem Lehm drückt sich die Spindel dagegen ein, einseitig und oft erst nach Tagen. Die Folge: Das Gerüst neigt sich, Anker bekommen Zwang, im schlimmsten Fall versagt ein Ständer.
Die lastverteilende Unterlage vergrößert die Aufstandsfläche und verteilt die Ständerlast so weit, dass der Boden sie tragen kann. Sie ist kein offizielles Systembauteil, gehört aber auf jede Baustelle wie die Fußspindel selbst.
Wann ist eine Unterlage nötig?
Als Faustregel nennen viele Anleitungen: Ein Untergrund ist ausreichend tragfähig, wenn ein Pkw darüberfahren kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Gepflasterte, asphaltierte und betonierte Flächen erfüllen das in aller Regel, verdichteter Schotter meist auch. Rasen, Mutterboden, Sand, lose Kiesschüttungen, Beete und frisch verfüllte Gräben dagegen nicht. Vorsicht auch bei Kellerlichtschächten, Revisionsdeckeln, dünnen Terrassenplatten auf Splitt oder Hohlräumen unter Pflaster.
Aufbau und Varianten
- Gerüstbohlen: der Klassiker. Eine kräftige Holzbohle wird entweder längs unter mehrere Spindeln gelegt oder quer unter Innen- und Außenständer eines Rahmens. Bei 0,70 bzw. 0,73 m breiten Malergerüsten genügt eine kürzere Bohle, Maurergerüste sind dagegen 1,00 bzw. 1,09 m tief, dort muss die Querbohle entsprechend länger sein.
- Einzelplatten: Platten aus Holz, Kunststoff oder Stahl unter jedem Ständer. Kunststoffplatten sind leicht, verrotten nicht und lassen sich gut stapeln.
- Kanthölzer und Schwellen: für größere Lasten oder um Unebenheiten zu überbrücken.
- Keile: schaffen auf geneigten Flächen eine waagerechte Auflage für die Spindel.
Ungeeignet sind lose gestapelte Mauersteine, Hohlblocksteine, Pflastersteine, Dachziegel oder Paletten. Sie brechen, kippen oder geben unkontrolliert nach.
So wird die Unterlage ausgelegt
- Boden ansehen und bei Bedarf einebnen. Grasnarbe, Laub und lose Steine entfernen, damit die Unterlage satt aufliegt.
- Unterlagen im Raster der Gerüstfelder auslegen, am höchsten Punkt beginnen.
- Prüfen, dass jede Unterlage vollflächig und ohne Kippeln aufliegt.
- Auf geneigter Fläche die Unterlagen gegen Gleiten sichern, etwa durch Verkeilen, Anschlagleisten oder Pflöcke. Bei stärkerer Neigung, manche Anleitungen nennen etwa 5 Grad, ist die Lastableitung gesondert nachzuweisen.
- Spindel oder Fußplatte mittig auf die Unterlage stellen, nicht an den Rand.
- Nach starkem Regen, Frost oder Tauwetter die Fußpunkte erneut kontrollieren.
Worauf Sie achten sollten
- Holzqualität: Gespaltene, morsche oder durchgefaulte Bohlen tragen nicht mehr. Für Unterlagen werden gern ausgesonderte Belagbohlen genutzt, sie müssen aber noch fest und ganz sein.
- Spindel nicht am Rand: Steht die Spindel an der Bohlenkante, kippt die Bohle bei Last.
- Unterspülung: Fallrohre, die neben dem Gerüst ins Erdreich laufen, weichen den Boden auf. Wasser gezielt ableiten.
- Prüfung: Die Fußpunkte gehören zur Prüfung durch die befähigte Person vor der Freigabe, nach TRBS 2121 und nach außergewöhnlichen Ereignissen.
- Beschaffung: Kunststoff-Lastverteilungsplatten und Unterlegbohlen gibt es auch gebraucht. Achten Sie auf Risse, Bruchstellen und eine ebene Auflagefläche. Mehr zu Stellrahmen und dem weiteren Aufbau finden Sie in den verwandten Beiträgen.
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Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.