Gerüst-Wiki · Tragwerk: Rahmen, Stiele, Riegel, Diagonalen

Gerüstrohr

Das Gerüstrohr mit 48,3 mm Durchmesser ist das Allzweckteil jeder Baustelle. Maße, Stahl oder Alu, richtige Montage und Prüfpunkte im Überblick.

Auch bekannt als: Stahlrohr, Alurohr, Rundrohr, Kupplungsrohr, Streichrohr, Gerüststange, Rohr 48, 3

Gerüstrohr – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Gerüstrohr
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient das Gerüstrohr?

Wenn ein Gerüstbauer sagt „da machen wir ein Rohr dran“, ist das selten falsch. Das Gerüstrohr ist das vielseitigste Teil auf der Baustelle und kommt überall dort zum Einsatz, wo Systembauteile nicht passen: als Diagonale zwischen Ausgleichsrahmen, als Horizontalverband an einem Gitterträger, als Teil eines Gerüsthalters, als Abstützung einer Konsole, als Geländer an einer schiefen Ecke oder als Streichrohr, an dem weitere Teile angekuppelt werden. Zusammen mit Normalkupplungen und Drehkupplungen lässt sich damit fast jede Form bauen – das klassische Rohr-Kupplungs-Gerüst besteht nur aus diesen Teilen.

Im Systemgerüst ergänzt das Rohr das System, ersetzt es aber nicht. Wo ein Rohr tragen oder aussteifen soll, muss das in der Anleitung oder in einem statischen Nachweis so vorgesehen sein.

Aufbau und Varianten

Der gemeinsame Nenner ist der Außendurchmesser von 48,3 mm. Auf dieses Maß sind Kupplungen und die meisten Gerüststiele ausgelegt. Unterschiede gibt es bei Werkstoff und Wanddicke:

  • Stahlrohr, feuerverzinkt: üblich mit 3,2 mm Wand, seltener 4,05 mm. Ein Meter wiegt rund 3,6 kg, ein 6-m-Rohr also gut 21 kg.
  • Aluminiumrohr: meist 4,0 mm Wand und nur etwa 1,5 kg pro Meter. Es ist angenehm leicht, aber nicht für jede statische Aufgabe zugelassen.

Gängig sind Längen von 1 bis 6 m in Meterschritten, dazu Zwischenlängen. Stahl-Gerüstrohre werden nach Gerüstnorm hergestellt und gekennzeichnet. Rohr ist dabei nicht gleich Rohr: Ein Konstruktions- oder Leitungsrohr mit ähnlichem Durchmesser ist noch lange kein Gerüstrohr.

So wird das Gerüstrohr montiert

  1. Aufgabe klären: Soll das Rohr nur abschranken, oder trägt und steift es aus? Davon hängen Länge, Kupplungsart und Anschlusspunkt ab.
  2. Länge so wählen, dass das Rohr an beiden Enden ein Stück über die Kupplung hinausragt. Ein Ende, das gerade so in der Kupplung sitzt, ist ein Fehler.
  3. Kupplungen möglichst nah an den Knotenpunkten der Stiele setzen, damit die Kraft ohne großen Hebel eingeleitet wird.
  4. Schrauben mit dem Gerüstschlüssel fest anziehen; für Gerüstkupplungen gilt üblicherweise ein Anzugsmoment von etwa 50 Nm.
  5. Rohrstöße mit Rohrverbindern ausführen, nicht durch bloßes Nebeneinanderkuppeln improvisieren.
  6. Zum Schluss alle Verbindungen kontrollieren und überstehende Enden in Laufwegen kennzeichnen oder abdecken.

Beim Abbau die Kupplungen erst lösen, wenn jemand das Rohr hält – und Rohre von Lage zu Lage reichen, nie werfen.

Worauf Sie achten sollten

  • Geradheit: Das Rohr über die ganze Länge anpeilen. Verbogene Rohre gehören aussortiert, nicht zurückgebogen.
  • Rohrenden: Gequetschte, eingerissene oder aufgeweitete Enden passen nicht mehr sauber in Kupplungen und Verbinder.
  • Korrosion: Weißer Belag auf der Verzinkung ist unkritisch. Rostnarben, Abplatzungen oder spürbar dünne Wandstellen nicht.
  • Alu und Stahl nicht verwechseln: In eine für Stahlrohr berechnete Konstruktion gehört kein Alurohr. Am Gewicht merkt man den Unterschied sofort.
  • Kein Anschlagpunkt am offenen Ende: Am freien Rohrende kann der Karabiner der Absturzsicherung abrutschen.
  • Gebraucht kaufen: Wanddicke, Kennzeichnung und Geradheit prüfen. Gerade, sauber verzinkte Rohre ohne tiefe Korrosion sind gebraucht eine sehr solide Anschaffung.

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Welchen Durchmesser hat ein Gerüstrohr?
Gerüstrohre haben einen Außendurchmesser von 48,3 mm. Stahlrohre haben meist 3,2 mm Wanddicke, Aluminiumrohre etwa 4 mm.
Wie schwer ist ein Gerüstrohr?
Ein Stahl-Gerüstrohr mit 3,2 mm Wand wiegt rund 3,6 kg pro Meter, ein 6 m langes Rohr also gut 21 kg. Aluminiumrohre wiegen nur etwa 1,5 kg pro Meter.
Darf ich normale Stahlrohre als Gerüstrohr verwenden?
Nein. Für Gerüste sind Rohre nach Gerüstnorm mit passender Wanddicke und Festigkeit vorgeschrieben. Andere Rohre sind oft dünnwandiger oder aus schwächerem Stahl, und Kupplungen halten darauf nicht zuverlässig.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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