Tettoia di protezione
Ein Schutzdach am Gerüst fängt herabfallendes Material über Gehwegen und Eingängen ab. So ist es aufgebaut, so wird es montiert und darauf kommt es an.
Auch bekannt als: Passantenschutz, Fangdach, Gehwegschutz, Schutzdachträger, Schutzdachausleger, Schutzdachkonsole
Wozu dient ein Schutzdach?
Ein Gerüst steht selten auf der grünen Wiese. Meist führt direkt darunter ein Gehweg vorbei, liegt ein Hauseingang oder parken Autos. Und so ordentlich auch gearbeitet wird: Ein Stück Putz, eine Schraube oder ein abgebrochener Ziegel fällt irgendwann. Das Schutzdach ist eine schräg nach außen auskragende, geschlossene Fläche am Gerüst, die solche Teile auffängt, bevor sie Passanten oder Bewohner treffen. Deshalb spricht man auch vom Passantenschutz.
Wichtig: Das Schutzdach ist keine Arbeitsfläche. Es wird nicht betreten und nicht als Lager benutzt. Es gehört konstruktiv zum Gerüst, erfüllt aber die Aufgabe eines Schutzgerüsts und wird entsprechend anders behandelt als die Arbeitslagen.
Aufbau und Varianten
Ein Schutzdach besteht im Wesentlichen aus drei Gruppen von Bauteilen:
- Tragkonstruktion – eine außen angebaute Konsole und darauf ein schräg ansteigender Schutzdachausleger. Beim Rahmengerüst gibt es auch klappbare Schutzdachträger, die mit Halbkupplungen an zwei übereinanderliegenden Rahmen angeschlossen werden.
- Belag – normale Gerüstböden, die auf Konsole und Ausleger liegen und eine geschlossene Fläche bilden.
- Sicherungen – Belagsicherungen, Spaltabdeckungen und bei breiten Varianten eine Abfangstrebe, damit nichts verrutscht oder abhebt.
Am äußeren Rand ist das Dach hochgezogen, damit Material nicht gleich wieder herunterrollt. Viele Anleitungen verlangen dort eine Aufkantung von mindestens 60 cm. Die Breite hängt vom System ab: Es gibt schmale Ausführungen mit zwei Böden und breitere mit drei Böden oder großen Konsolen, die deutlich über einen Meter auskragen.
Eingebaut wird das Schutzdach üblicherweise in der zweiten Gerüstlage, also rund 4 m über dem Gelände. So bleibt darunter genug Durchgangshöhe für Fußgänger.
So wird das Schutzdach montiert
- Gerüst mindestens eine Lage über die Schutzdachebene hinaus vollständig aufbauen, mit Seitenschutz und Verankerung.
- Konsolen an den Außenstielen anbringen – aus der gesicherten Lage heraus und mit PSA gegen Absturz, wenn die Gefährdungsbeurteilung das fordert.
- Bei breiten Varianten die Abfangstrebe einbauen.
- Böden auf die Konsolen legen, dann die Ausleger aufstecken bzw. die Träger ausschwenken und anschließen.
- Böden auf den schrägen Teil legen, Belagsicherungen einstecken und mit Halbkupplung oder Stecker fixieren.
- Den Spalt zwischen Gerüstbelag und Schutzdach schließen und die Fläche bis an das Bauwerk dicht auslegen.
- Das Dach mit Geländerholmen von der Arbeitsfläche trennen, damit niemand versehentlich hinaustritt.
Abgebaut wird in umgekehrter Reihenfolge – und erst dann, wenn oberhalb nicht mehr gearbeitet wird.
Worauf Sie achten sollten
- Zusätzliche Anker: Das Schutzdach bringt Hebelkräfte und zusätzliche Windangriffsfläche ins Gerüst. Die Anleitungen fordern in diesem Bereich meist zusätzliche Gerüsthalter, Diagonalen oder Horizontalriegel. Das Ankerraster der Regelausführung reicht hier oft nicht.
- Keine Ablage: Material auf dem Schutzdach wird selbst zum Risiko. Herabgefallenes regelmäßig entfernen.
- Dichtigkeit: Spalten zwischen den Böden oder zum Gebäude hin machen den Schutz wirkungslos.
- Kennzeichnung: Am Zugang wird auf dem Gerüstschild vermerkt, dass das Gerüst ein Schutzdach trägt.
- Gebrauchte Teile: Prüfen Sie Ausleger und Konsolen auf verbogene Rohre, angerissene Schweißnähte und gängige Halbkupplungen. Schutzdachbauteile sind systemgebunden: Sie müssen zum vorhandenen Gerüst passen und in dessen Anleitung beschrieben sein.
Schutzdach, Schutzwand oder Wetterschutz?
Die Begriffe werden gern verwechselt. Das Schutzdach schützt Menschen unter dem Gerüst vor fallenden Teilen. Die Schutzwand sitzt dagegen ganz oben und fängt Personen und Material ab, die vom Dach rutschen. Und gegen Regen von oben hilft weder das eine noch das andere, dafür gibt es das Wetterschutzdach.
Domande frequenti
Wann braucht ein Gerüst ein Schutzdach?
In welcher Höhe wird ein Schutzdach am Gerüst montiert?
Darf man auf einem Schutzdach laufen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.