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Lenkrolle

Wie Lenkrollen aus einem Systemgerüst ein fahrbares Arbeitsgerüst machen und welche Regeln für Bremse, Untergrund und Verfahren gelten, lesen Sie hier.

Auch bekannt als: Gerüstrolle, Fahrrolle, Laufrolle, Spindel-Lenkrolle, Rollgerüstrolle, Bockrolle, Rolle

Lenkrolle – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Lenkrolle
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient die Lenkrolle?

In einer Halle, einem Treppenhaus oder beim Streichen langer Innenwände wäre es mühsam, das Gerüst nach jedem Abschnitt ab- und wieder aufzubauen. Die Lenkrolle ersetzt in solchen Fällen die Fußspindel und macht aus einem Gerüstturm oder einem kleinen Flächengerüst eine fahrbare Einheit. Man schiebt das Gerüst einfach zum nächsten Arbeitsplatz, stellt die Bremsen fest und arbeitet weiter.

Das klingt bequem, verlangt aber Disziplin. Ein fahrbares Gerüst hat keinen Anker zur Wand und steht nur auf vier oder mehr Rädern. Bremse, Untergrund und Standsicherheit entscheiden darüber, ob es stehen bleibt.

Aufbau und Varianten

Eine Gerüst-Lenkrolle besteht aus dem Rad, der drehbaren Gabel und einem Steckrohr oder einer Spindel, mit der sie im Ständer sitzt. Viele Rollen sind höhenverstellbar, die Spindel erlaubt dann einen Höhenausgleich von einigen Dezimetern, ähnlich wie bei der Fußspindel. Ein Bremshebel blockiert das Rad und bei guten Ausführungen gleichzeitig die Drehung der Gabel.

  • Raddurchmesser: häufig um 200 mm. Größere Räder laufen leichter über Fugen und Kabel.
  • Radwerkstoff: Polyamid für hohe Lasten und glatte Böden, Gummi oder Elastik schonen empfindliche Beläge wie Parkett oder Fliesen.
  • Befestigung: Die Rolle wird in den Ständer, das Anfangsstück oder den Rahmen gesteckt und mit Schraube, Bolzen oder Stecker gegen Herausfallen gesichert. Manche Systeme verlangen einen eigenen Rollenfußriegel.

Die zulässige Last steht auf der Rolle oder im Datenblatt. Sie ist meist deutlich niedriger als die einer Fußspindel und begrenzt damit die Belastung des ganzen Gerüsts.

So wird die Lenkrolle montiert

  1. Aufstellfläche prüfen: eben, waagerecht und tragfähig. Auf Erdreich oder Schotter haben Rollen nichts verloren.
  2. Rollen an den Ständerpositionen auslegen und schon beim Aufbau festbremsen.
  3. Rahmen oder Anfangsstücke aufstecken, die Rollen einführen und sichern.
  4. Die unterste Ebene mit Horizontalstreben oder Riegeln aussteifen, damit der Fuß rechtwinklig bleibt.
  5. Mit der Wasserwaage ausrichten, gegebenenfalls über die Rollenspindel nachstellen.
  6. Je nach Höhe und Grundfläche Verbreiterungen oder Ballast einbauen, wie es der Standsicherheitsnachweis vorgibt.
  7. Seitenschutz, Zugang und Belag wie bei jedem anderen Gerüst vollständig montieren.

Beim Abbau bleiben die Rollen bis zum Schluss gebremst.

Regeln beim Verfahren

  • Niemand steht auf dem Gerüst, und lose Teile liegen nicht auf den Böden.
  • Nur auf ebenem, tragfähigem Untergrund und langsam schieben, dabei unten am Gerüst anfassen, nie oben ziehen.
  • Bei Wind, Gefälle, Bodenöffnungen oder Kanten nicht verfahren.
  • Nach dem Verfahren alle Bremsen wieder feststellen.

Worauf Sie achten sollten

  • Bremse testen: Gebremst darf sich das Rad weder drehen noch die Gabel schwenken.
  • Nachweis: Ein Systemgerüst auf Rollen ist eine besondere Bauart. Die Standsicherheit muss nach Anleitung oder Einzelnachweis belegt sein. Fertige Rollgerüste nach DIN EN 1004 haben ihre eigene Anleitung.
  • Verschleiß: Ausgebrochene Laufflächen, Flachstellen, ausgeschlagene Lager oder verbogene Gabeln führen zum Austausch.
  • Gebraucht kaufen: Rad drehen, Bremse mehrmals betätigen, Spindel auf Gängigkeit prüfen und die Tragfähigkeitsangabe ablesen. Ohne lesbare Kennzeichnung lieber verzichten. Ergänzend lohnt ein Blick auf Fußplatten und die passende Belagsicherung für den Turm.

Bieži uzdotie jautājumi

Darf man auf einem fahrbaren Gerüst stehen, während es verschoben wird?
Nein. Beim Verfahren dürfen sich weder Personen noch lose Gegenstände auf dem Gerüst befinden.
Kann ich jedes Fassadengerüst auf Rollen stellen?
Nur wenn die Aufbau- und Verwendungsanleitung das vorsieht oder ein Standsicherheitsnachweis vorliegt. Oft sind Verbreiterungen oder Ballast nötig.
Welche Lenkrolle schont den Hallenboden?
Rollen mit Gummi- oder Elastiklauffläche hinterlassen auf empfindlichen Böden weniger Spuren als harte Kunststoffräder. Die zulässige Last muss trotzdem passen.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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