Rohrverbinder und Stoßkupplung
Rohrverbinder und Stoßkupplung verlängern Gerüstrohre und Stiele in gerader Linie. So unterscheiden sich beide, so werden Stöße sicher und zugfest ausgeführt.
Auch bekannt als: Stoßverbinder, Zentrierbolzen, Zugkupplung, Stoßschelle, Dorn, Torpedo, Zigarre, Flöte
Wozu dienen Rohrverbinder und Stoßkupplung?
Kein Rohr ist so lang, wie man es gerade braucht. Ob ein Stiel im Modulgerüst nach oben weitergeführt oder ein langes Gerüstrohr als Geländer oder Längsriegel verlängert werden soll – irgendwo stoßen zwei Rohrenden aufeinander. Dieser Stoß muss die Rohre in einer Flucht halten und, je nach Einbauort, Druck- oder sogar Zugkräfte übertragen.
Dafür gibt es zwei Lösungen, die oft verwechselt werden. Der Rohrverbinder steckt innen im Rohr und zentriert die beiden Enden. Die Stoßkupplung umgreift die Rohrenden von außen und klemmt sie mit Schrauben zusammen. In der Praxis werden beide auch kombiniert.
Aufbau und Varianten
- Eingepresster Rohrverbinder: Beim Vertikalstiel eines Modulgerüsts ist oben meist ein kurzes Rohrstück fest eingepresst. Der nächste Stiel wird einfach darübergesteckt. Bei vielen Rahmengerüsten übernehmen die eingeschweißten Rohrverbinder an den Rahmenstielen dieselbe Aufgabe.
- Loser Rohrverbinder: Ein kurzes Rohrstück, häufig mit Mittelanschlag, das in zwei Gerüstrohre geschoben wird. Im Jargon heißt er Dorn, Torpedo oder Zigarre. Er hält die Flucht, überträgt aber praktisch nur Druck.
- Rohrverbinder mit Bohrung: Lässt sich mit Bolzen oder Schrauben gegen Auseinanderziehen sichern, wenn ein Stoß zugfest sein muss.
- Stoßkupplung: Eine längliche Kupplung mit zwei Klemmbereichen, genormt in DIN EN 74-1. Sie wird von außen über beide Rohrenden gesetzt; bei vielen Herstellern ist sie nur zusammen mit einem innenliegenden Rohrverbinder zugelassen.
- Zugkupplung: Kombination aus innenliegendem Verbinder und äußerem Klemmteil, die gezielt Zugkräfte aufnimmt.
Werkstoff ist fast immer verzinkter Stahl, die Kupplungen haben meist Schlüsselweite 22.
So wird der Rohrstoß montiert
- Beide Rohrenden prüfen: gerade, rund, ohne Grat und ohne Beton im Inneren.
- Rohrverbinder einschieben, bis er am Anschlag sitzt bzw. bei eingepressten Verbindern das obere Rohr ganz aufstecken.
- Kontrollieren, dass die Stirnflächen satt aufeinanderstehen und kein Spalt bleibt.
- Bei Stoßkupplungen die Kupplung mittig über den Stoß setzen und die Muttern mit 50 Nm anziehen.
- Wo die Anleitung einen zugfesten Stoß fordert, Bolzen, Sicherungsstift oder Schraube einsetzen.
- Stöße möglichst nahe an Knotenpunkten anordnen und benachbarte Stöße versetzen, damit nicht alle Rohre auf einer Höhe enden.
Beim Abbau werden Sicherungen zuerst entfernt, dann wird das obere Rohr nach oben abgezogen – nie mit Gewalt hebeln, sonst verbiegt der Verbinder.
Wann muss ein Stoß zugfest sein?
Normalerweise drückt das Eigengewicht die Stiele zusammen, ein einfacher Steckstoß genügt. Anders sieht es aus, wenn Wind an Netzen oder Planen zerrt, wenn die oberste Lage über der letzten Verankerung frei steht, bei Hängekonstruktionen oder wenn Gerüstteile mit dem Kran angehoben werden. Dann können Stiele auseinandergezogen werden. Die Aufbau- und Verwendungsanleitung legt fest, wo zusätzliche Sicherungen, etwa Bolzen und Splinte, nötig sind.
Worauf Sie achten sollten
- Verbogene Verbinder erkennt man daran, dass das aufgesteckte Rohr schief steht. Sofort tauschen.
- Spiel im Stiel: Ein eingepresster Rohrverbinder muss gerade, fest und ohne Wackeln sitzen.
- Kein Anschlagpunkt: Offene Rohrenden und Verbinder eignen sich nicht zum Einhängen der PSA gegen Absturz – der Karabiner kann abrutschen.
- Stoßkupplung nicht allein einsetzen, wenn der Hersteller den innenliegenden Verbinder vorschreibt.
- Beim Gebrauchtkauf von Stielen den Rohrverbinder genau ansehen: Rost am Übergang, Risse oder lockerer Sitz sind Ausschlussgründe. Lose Verbinder sollten gerade sein und sich leicht einschieben lassen.
Najczęściej zadawane pytania
Was ist der Unterschied zwischen Rohrverbinder und Stoßkupplung?
Wann muss ein Gerüststoß zugfest verbunden werden?
Warum heißt der Rohrverbinder auf der Baustelle Torpedo?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.