Gerüst-Wiki · Seitenschutz

Stirngeländer

Das Stirngeländer sichert die offenen Enden jeder Gerüstlage. Welche Bauformen es gibt, wie es montiert wird und warum Gerüstbauer es Affenschaukel nennen.

Auch bekannt als: Stirnseitengeländer, Stirnseitenschutz, Endgeländer, Abschlussgeländer, Doppelstirngeländer, Affenschaukel, Meisterbremse, Dummenfang

Stirngeländer – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Stirngeländer
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient das Stirngeländer?

Ein Fassadengerüst hat zwei offene Enden, die Stirnseiten. Genau dort, wo das Gerüst aufhört, wäre ohne Absicherung eine Absturzkante über die volle Gerüstbreite. Das Stirngeländer schließt diese Lücke. Es wird quer zum Gerüst am letzten Rahmen bzw. an den letzten Stielen montiert und bildet zusammen mit einem Stirnbordbrett den Seitenschutz an der Stirnseite.

Es gehört zu den Teilen, die gern vergessen werden – etwa wenn das Gerüst an einer Hausecke oder einem Nachbargerüst endet und dann doch nicht ganz anschließt. Auf der Baustelle hat es deshalb ein paar deftige Spitznamen; Meisterbremse und Dummenfang sind noch die freundlichen.

Aufbau und Varianten

Die Länge entspricht der Gerüstbreite. Beim Maler- und Putzergerüst sind das typischerweise 0,73 m, beim Maurergerüst, das in der Praxis rund 1,00 bzw. 1,09 m tief gebaut wird, entsprechend 1,09 m. Es gibt mehrere Bauformen:

  • Einfaches Stirngeländer: ein kurzes Rohr, das wie ein Längsgeländer am Rahmen befestigt wird. Für vollständigen Schutz braucht es zwei davon – in Handlauf- und in Zwischenholmhöhe.
  • Doppelstirngeländer: zwei Holme mit Verbindung in einem Bauteil, oft mit angeschweißten Halbkupplungen. Unter Gerüstbauern auch „Affenschaukel“ genannt.
  • Stirngeländerrahmen: ein Rahmen, der auf den obersten Stellrahmen gesteckt wird und Handlauf und Zwischenholm über der letzten Lage trägt.
  • Modulgerüst: Hier übernimmt meist ein Rohrriegel in Feldbreite die Aufgabe, eingekeilt auf Geländer- und Zwischenholmhöhe.

Es gelten dieselben Maße wie beim Geländer: Oberkante mindestens 1,00 m über dem Belag, Zwischenholm etwa auf halber Höhe, unten ein Bordbrett.

So wird das Stirngeländer montiert

  1. Lage fertig auslegen und das Längsgeländer an der Außenseite einbauen.
  2. Am Endrahmen die Anschlüsse suchen – je nach System Kippstift, Geländerkästchen, Rosette oder Rohr für die Halbkupplung – bzw. in der obersten Lage die Geländerpfosten setzen.
  3. Stirngeländer von innen ansetzen und sichern: Kippstift schließen, Keil fest anschlagen oder Kupplungsschrauben anziehen.
  4. Bei einzelnen Holmen den zweiten auf Zwischenhöhe ergänzen.
  5. Stirnbordbrett einsetzen.
  6. Kräftig daran rütteln: Das Geländer darf sich nicht aushängen lassen.

Beim Abbau wird das Stirngeländer einer Lage erst entfernt, wenn dort niemand mehr arbeitet.

Stirnseite beim Rahmen- und beim Modulgerüst

Beim Rahmengerüst sind die Anschlüsse für das Stirngeländer am Rahmen bereits vorbereitet; man muss nur das passende Teil für die Gerüstbreite haben. Beim Modulgerüst mit Rosette ist es noch einfacher, weil an jedem Knoten ein Riegel quer eingekeilt werden kann. Dafür muss dort auch an der Stirnseite ein Bordbrett eigens eingeplant werden.

Worauf Sie achten sollten

  • Jede genutzte Lage: Das Stirngeländer gehört an beide Enden jeder Arbeitslage, auch an die unterste.
  • Ecken und Anschlüsse: Nur wo zwei Gerüste übereck lückenlos ineinander übergehen, kann der Stirnseitenschutz entfallen.
  • Halbkupplungen: Bei Doppelstirngeländern die Schrauben fest anziehen und auf Gängigkeit prüfen.
  • Verformung: Kurze Geländer werden gern als Hebel oder Tritt missbraucht. Verbogene Teile aussortieren.
  • Gebraucht kaufen: Endanschlüsse, Schweißnähte und bei Kupplungen das Gewinde prüfen – und gleich die richtige Breite für Ihr Gerüst wählen, 0,73 oder 1,09 m.

Často kladené otázky

Was ist eine Affenschaukel beim Gerüst?
So nennen Gerüstbauer das Doppelstirngeländer, also den doppelten Seitenschutz an der Stirnseite des Gerüsts. Es sichert das offene Ende einer Gerüstlage gegen Absturz.
Wie breit ist ein Stirngeländer?
Es entspricht der Gerüstbreite, bei Maler- und Putzergerüsten meist 0,73 m, bei Maurergerüsten 1,09 m.
Braucht jede Gerüstlage ein Stirngeländer?
Ja, an jeder genutzten Lage müssen die offenen Enden gesichert sein. Nur wo das Gerüst lückenlos in ein anderes Gerüst oder um eine Ecke weiterläuft, kann der Stirnseitenschutz entfallen.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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