Kragkonsole (Konsole 0,73 m)
Die Kragkonsole mit 0,73 m verbreitert das Gerüst nach außen um zwei Beläge, etwa für Dachfang oder Schutzdach. So wird sie montiert, abgestützt und geprüft.
Auch bekannt als: Konsole 0, 73 m, Verbreiterungskonsole außen, Außenkonsole, Kragarm, Ausleger, Konsole zweibohlig

Wozu dient die Kragkonsole?
Manchmal reicht die Breite des Gerüsts einfach nicht. Ein Dachdecker braucht ganz oben eine breite Fanglage vor der Traufe, unten soll ein Schutzdach Passanten vor herabfallenden Teilen schützen, oder auf einer Lage wird viel Material abgelegt. Die Kragkonsole löst das, indem sie auf der Außenseite des Gerüsts eine zusätzliche Fläche schafft – meist so breit wie das Gerüst selbst, also typisch 0,73 m und damit Platz für zwei Beläge.
Sie ragt frei nach außen über die Stiele hinaus. Das macht sie zum anspruchsvollsten Konsolentyp: Sie hebelt am Außenstiel, und ohne passende Abstützung würde sie unter Last nach unten wegkippen.
Aufbau und Varianten
Die Kragkonsole besteht aus einem Rohr- oder Profilträger mit Auflagern für die Beläge, gefertigt aus verzinktem Stahl. Am Anschlussende sitzt je nach System ein Haken für das Knotenblech des Rahmens, eine angeschweißte Halbkupplung oder ein Keilkopf für die Rosette. Am äußeren Ende haben viele Konsolen einen Rohrstutzen, auf den ein Stiel oder Geländerpfosten für den Seitenschutz gesteckt wird.
- Standardausführung mit Anschluss für eine Konsolstrebe oder Querdiagonale zur darunterliegenden Lage.
- Verstärkte Ausführung, die bei manchen Systemen und begrenzter Lastklasse ohne Strebe auskommt.
- Größere Ausladungen um 1,00 bis 1,09 m für drei Beläge oder Schutzdächer, dann stets mit Abstützung.
Zum Vergleich: Wer dauerhaft drei Beläge nebeneinander braucht, etwa ein Maurer mit Steinen und Mörtel, baut von Anfang an ein Gerüst mit 1,00 bzw. 1,09 m Breite. Die schmaleren Gerüste um 0,70 m sind eher für Maler und Verputzer gedacht; die Kragkonsole erweitert sie punktuell, ersetzt aber kein breites Grundsystem.
So wird die Kragkonsole montiert
- Aus der gesicherten Lage heraus arbeiten; die Konsole wird in der Höhe des Hauptbelags angeschlossen.
- Konsole am Außenstiel einhängen oder ankuppeln und zunächst nach innen schwenken, damit sie gut erreichbar ist.
- Strebe oder Querdiagonale an der Konsole befestigen.
- Konsole nach außen schwenken und die Strebe unten am Stiel der darunterliegenden Lage anschließen.
- Alle Kupplungen mit 50 Nm anziehen bzw. Keile festschlagen.
- Beläge von der gesicherten Lage aus einhängen und gegen Abheben sichern.
- Auf dem Stutzen Pfosten setzen und den dreiteiligen Seitenschutz montieren, bei Fanglagen eine Schutzwand.
Der Abbau läuft rückwärts: erst Seitenschutz und Beläge, dann Strebe, zuletzt die Konsole. Ein Tipp aus der Praxis: Konsolen einer Lage immer komplett setzen und abstützen, bevor der erste Belag aufgelegt wird – halbe Sachen verleiten dazu, „nur mal schnell“ eine ungesicherte Konsole zu betreten.
Worauf Sie achten sollten
- Standsicherheit nachweisen: Außenkonsolen erhöhen die Lasten am Außenstiel und die Ankerkräfte deutlich. Die Aufbauanleitung zeigt, welche Konfigurationen zugelassen sind und wo zusätzliche Anker, etwa V-Halter, nötig sind.
- Strebe nie weglassen, wenn die Anleitung sie fordert – bei Fanggerüsten ist sie Pflicht.
- Spalt zwischen Haupt- und Konsolbelag klein halten oder abdecken.
- Kein Leitergang auf der Konsole.
- Verbogene Träger, gerissene Nähte oder ein schiefer Stutzen machen die Konsole unbrauchbar.
- Beim Gebrauchtkauf Anschlussart, Ausladung und Strebenanschluss zum eigenen System passend wählen und jede Konsole einmal auf Geradheit prüfen.
Pyetje të shpeshta
Muss eine Gerüstkonsole 0,73 m abgestützt werden?
Wofür braucht man eine Außenkonsole am Gerüst?
Darf man auf einer Konsole einen Leitergang einbauen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.