Gerüst-Wiki · Seitenschutz

Bordbrett

Das Bordbrett schließt den Seitenschutz unten ab und hält Werkzeug, Material und Füße auf dem Belag – hier erfahren Sie, wie es montiert und geprüft wird.

Auch bekannt als: Fußbrett, Bordblech, Bordbohle, Fußleiste, Stahlbord, Fußwehr, Bordi, Stirnbordbrett

Bordbrett – Beispiel aus unserem Lager
Beispiel aus unserem Lager · dieses Teil gebraucht ansehen ›
Schemazeichnung Bordbrett
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient das Bordbrett?

Wer schon einmal einen Akkuschrauber vom Gerüst hat fallen sehen, weiß, warum es das Bordbrett gibt. Es steht hochkant an der Außenkante des Belags und bildet zusammen mit dem Geländer und dem Zwischengeländer den dreiteiligen Seitenschutz. Während die beiden Holme Menschen auffangen, kümmert sich das Bordbrett um alles, was unten herum passiert: Es verhindert, dass ein Fuß über die Belagkante rutscht, und es hält Fliesen, Eimer, Schrauben oder Mörtelreste davon ab, auf den Gehweg darunter zu rollen.

Ohne Bordbrett ist ein Arbeitsgerüst nicht vollständig. Fehlt es in einer genutzten Lage, darf diese Lage nicht freigegeben werden. Für Passanten, Nachbarn und Kollegen auf der unteren Lage ist das kleine Brett oft der wichtigste Schutz überhaupt.

Aufbau und Varianten

Ein Bordbrett besteht aus dem eigentlichen Brett und zwei Endbeschlägen. Die Beschläge sind meist aus verzinktem Stahlblech, mit Nieten oder Schrauben am Brett befestigt und haben einen Schlitz, eine Lasche oder einen Haken, mit dem das Brett am Gerüst eingehängt wird. Je nach System geschieht das über Bordbrettbolzen am Stellrahmen oder Geländerpfosten, beim Modulgerüst umgreift der Beschlag den Ständer direkt über der Rosette beziehungsweise Lochscheibe.

  • Holz: der Klassiker, meist Nadelholz, robust und leicht zu ersetzen. Viele Betriebe kennzeichnen die Bretter farbig oder mit Brandstempel.
  • Aluminium: leicht, witterungsbeständig, dafür empfindlicher gegen Dellen.
  • Stahl: als gekantetes Profil sehr langlebig, aber schwerer.

Die Höhe beträgt mindestens 15 cm, gemessen ab Oberkante Belag. Die Längen richten sich nach den Feldlängen des Systems, typisch sind 0,73 m, 1,09 m, 1,57 m, 2,07 m, 2,57 m und 3,07 m, bei manchen Herstellern auch längere Bretter. Für die Stirnseite gibt es kurze Stirnbordbretter, passend zur Gerüstbreite. Aus der Praxis: Maler und Verputzer kommen meist mit 0,70 bzw. 0,73 m breiten Gerüsten aus, Maurergerüste sind dagegen 1,00 bzw. 1,09 m tief und tragen drei statt zwei Beläge nebeneinander. Entsprechend länger muss dort das Stirnbordbrett sein.

So wird das Bordbrett montiert

  1. Die Gerüstlage ist ausgelegt, die Böden liegen sicher, Geländer und Zwischengeländer sind eingebaut. Gearbeitet wird von der bereits gesicherten Lage aus.
  2. Ein Ende des Bordbretts mit dem Beschlag am ersten Ständer oder Bordbrettbolzen einhängen.
  3. Das andere Ende anheben, den zweiten Beschlag über den gegenüberliegenden Ständer führen und das Brett auf den Belag absenken.
  4. Prüfen, ob das Brett plan auf dem Belag steht und kein Spalt entsteht, durch den Kleinteile fallen können. Die Oberkanten benachbarter Bretter sollen durchlaufend auf einer Höhe liegen.
  5. An den Gerüstenden die Stirnbordbretter einsetzen, damit der Seitenschutz rundum geschlossen ist.

Liegt der Belag mehr als 0,30 m von der Wand entfernt, ist auch innen ein Seitenschutz nötig, oft einschließlich Bordbrett. Beim Abbau kommen die Bordbretter einer Lage erst dann heraus, wenn diese Lage nicht mehr betreten wird.

Worauf Sie achten sollten

  • Gespaltene Enden: Holzbretter reißen gern im Bereich der Beschläge. Ein lockerer Beschlag kann beim Anstoßen aushaken.
  • Verbogene Beschläge: Sitzt ein Beschlag schief, hängt das Brett nicht sauber ein oder steht schräg. Nicht mit dem Hammer zurechtbiegen, sondern austauschen.
  • Morsches Holz: Dauerhaft feuchte, dunkel verfärbte Stellen und Fäulnis sind ein Ausschlusskriterium.
  • Kein Ersatzbelag: Bordbretter sind keine Trittbretter, keine Rampe und keine Ablage für schwere Lasten.
  • Nach Fremdgewerken prüfen: Ausgehängte Bordbretter für Fensterbänke oder Rohre werden gern vergessen. Vor jeder Benutzung kurz auf Vollständigkeit schauen.
  • Gebraucht kaufen: Achten Sie auf feste Nieten, intakte Beschläge, gerades Brett ohne Längsrisse und die passende Länge zu Ihrem System. Maßgeblich bleibt immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers.

Често постављана питања

Wie hoch muss ein Bordbrett am Gerüst sein?
Ein Bordbrett muss mindestens 15 cm hoch sein, gemessen ab der Oberkante des Belags. Es bildet zusammen mit Geländer und Zwischengeländer den dreiteiligen Seitenschutz.
Braucht man auf jeder Gerüstlage ein Bordbrett?
Auf jeder Lage, die zum Arbeiten genutzt wird, gehört an die Außenseite ein vollständiger Seitenschutz mit Bordbrett. Ausnahmen regelt die Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Systems, etwa bei vorgesetzten Aufstiegsfeldern.
Kann man Bordbretter verschiedener Hersteller mischen?
Bordbretter müssen zum Anschluss des jeweiligen Systems passen, also zu Bolzen, Ständer und Feldlänge. Verwenden Sie die in der Aufbau- und Verwendungsanleitung vorgesehenen Teile.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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