Durchgangsrahmen
Mit dem Durchgangsrahmen bleibt der Gehweg unter dem Gerüst frei. Wie er funktioniert, was zusätzlich verbaut wird und worauf Sie achten müssen, lesen Sie hier.
Auch bekannt als: Fußgängertunnel, Tunnel, Fußgängerrahmen, Arkadenrahmen, Passantenschutz, Durchgang

Wozu dient der Durchgangsrahmen?
In der Innenstadt steht die Fassade selten auf freiem Feld. Vor dem Haus läuft ein Gehweg, und der muss in aller Regel offen bleiben, auch wenn oben gestrichen, gedämmt oder neu verputzt wird. Genau dafür gibt es den Durchgangsrahmen. Er ersetzt in der untersten Lage den normalen Stellrahmen und ist so breit, dass zwischen seinen Stielen Passanten, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bequem hindurchkommen. Darüber geht das Gerüst ganz normal weiter.
Ohne diese Lösung müsste man den Gehweg sperren und die Fußgänger auf die Straße umleiten, was Behörden in belebten Lagen ungern genehmigen und was für alle Beteiligten das größere Risiko ist.
Aufbau und Varianten
Ein Durchgangsrahmen besteht aus zwei kräftigen Ständern und einem Querträger oben, der oft als kleiner Fachwerkträger ausgebildet ist. Bei manchen Systemen ist das ein geschweißtes Teil, bei anderen werden Ständer und Binder einzeln geliefert und auf der Baustelle verbunden. Auf dem Binder sitzen Aufnahmen, auf die die Rahmen der nächsten Lage gesteckt werden.
- Breite: deutlich mehr als ein Standardrahmen, häufig um 1,50 m, damit ein ordentlicher Fußweg frei bleibt.
- Höhe: etwas höher als die übliche Lagenhöhe, damit Erwachsene aufrecht durchgehen; die genauen Maße stehen in der Anleitung des Systems.
- Werkstoff: in der Regel Stahl feuerverzinkt, weil hier hohe Lasten auf wenige Punkte konzentriert werden.
- Kombinationen: mit Innenkonsolen, Schutzdach oder Bekleidung; jede Variante hat eigene Vorgaben zu Verankerung und Spindelauszug.
So wird der Durchgangsrahmen montiert
- Vorab klären, wie breit der freie Weg sein muss und ob eine Genehmigung für die Gehwegnutzung vorliegt.
- Lastverteilende Unterlagen und Fußspindeln setzen. Der zulässige Spindelauszug ist bei Durchgangsrahmen oft kleiner als beim Regelgerüst, also eher mit wenig Auszug arbeiten.
- Durchgangsrahmen senkrecht aufstecken, sofort gegen Umkippen sichern und lotrecht ausrichten.
- Die Rahmen paarweise innen und außen mit Horizontalstreben und Diagonalen aussteifen, so wie es die Regelausführung vorgibt.
- Abdeckung über dem Durchgang schließen: Beläge dicht verlegen, Bordbrett montieren, bei Bedarf Schutzdach oder Netz anbringen, damit nichts auf die Fußgänger fällt.
- Normale Rahmen aufsetzen und weiterbauen. Die in der Anleitung geforderten Zusatzanker, meist schon in der zweiten Lage, unbedingt einbauen.
- Den Durchgang kennzeichnen, bei Dunkelheit beleuchten und Ständer an der Straßenseite gegen Anfahren schützen.
Beim Abbau bleibt der Durchgangsrahmen bis zum Schluss stehen; erst wenn alles darüber herunter ist, wird er ausgebaut.
Worauf Sie achten sollten
- Die Aussteifung ist hier kein Detail. Ein Durchgangsrahmen ohne die vorgeschriebenen Streben steht deutlich weicher als ein normaler Rahmenzug.
- Innenstiele tragen über dem Durchgang mehr Last. Manche Systeme verlangen Verstärkungen oder zusätzliche Riegel; das steht in Regelausführung und Zulassung.
- Der Aufstieg sollte nicht durch den Fußgängerbereich führen, sondern über einen vorgestellten Treppenturm oder eine gesicherte Leiter.
- Auf Anfahrschäden achten: Ein Durchgangsrahmen, der von einem Transporter touchiert wurde, gehört sofort geprüft.
- Gebraucht gekauft sollten Binder und Ständer gerade sein, die Fachwerkstäbe ohne Knicke und die Schweißknoten rissfrei. Auch hier gilt: maßgeblich sind die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Systems.
Praxistipp: frühzeitig planen
Ob ein Durchgang gebraucht wird, sollte schon beim Aufmaß feststehen. Er verändert die Ankerplanung, die Zahl der Diagonalen und manchmal sogar den Aufstieg. Wer erst auf der Baustelle merkt, dass der Gehweg offen bleiben muss, baut im schlimmsten Fall die erste Lage zweimal.
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Wie breit ist ein Durchgangsrahmen?
Braucht ein Gerüst mit Fußgängertunnel mehr Verankerung?
Muss über dem Durchgang ein Schutzdach sein?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.