Ringschraube und Dübel
Welche Ringschraube und welcher Dübel ans Gerüst gehören, wie man sie in tragfähigen Ankergrund setzt und wann eine Probebelastung nötig ist, lesen Sie hier.
Auch bekannt als: Gerüstöse, Ösenschraube, Augenschraube, Ringöse, Gerüstschraube, Ösen, Gerüstdübel, Dubis
Wozu dienen Ringschraube und Dübel?
Der Gerüsthalter braucht an der Wand einen festen Punkt, in den er seinen Haken hängen kann. Diesen Punkt bildet die Ringschraube, verankert mit einem Dübel im Mauerwerk oder Beton. Sie ist klein, billig und schnell gesetzt, trägt aber die gesamte Verankerungskraft eines Ankerpunkts. Wer hier schludert, gefährdet das ganze Gerüst, denn bei Sturm sind es genau diese Punkte, die das Gerüst an der Fassade halten.
Aufbau und Varianten
Die gängige Gerüst-Ringschraube ist aus Stahl, verzinkt und hat einen Durchmesser von 12 mm. Am Kopf sitzt eine geschlossene, verschweißte Öse, am anderen Ende ein grobes Holzschraubengewinde, das sich in den Kunststoffdübel schneidet. Offene oder nur gebogene Ösen haben am Gerüst nichts zu suchen.
- Längen: verbreitet sind etwa 90 bis 350 mm. Kurze Schrauben für Rohbau und Sichtmauerwerk, lange für Putzfassaden und Dämmung, damit die Öse vor der Oberfläche liegt.
- Dübel: Spreizdübel aus Polyamid, für 12-mm-Ringschrauben meist mit 14 mm Bohrlochdurchmesser und in mehreren Längen. Für Lochsteine, Porenbeton oder hohe Lasten gibt es Spezial- und Injektionsdübel.
- Abdeckkappen: verschließen nach dem Abbau das Bohrloch, damit kein Wasser eindringt und die Stelle später wiederverwendet werden kann.
Für Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem reichen lange Ringschrauben allein oft nicht, weil sie über den freien Schaft kaum Querkräfte aufnehmen. Dort kommen spezielle Dämmstoffanker zum Einsatz, mehr dazu beim V-Halter.
So werden Ringschraube und Dübel gesetzt
- Ankergrund beurteilen: Stahlbeton und tragendes Mauerwerk sind geeignet, Putz, Verblender ohne Verbund, Holzverkleidung oder Dämmstoff allein nicht.
- Bohrloch auf Höhe des späteren Halteranschlusses setzen, also knapp unter der Belagebene am Knotenpunkt. Bei Lochsteinen ohne Schlag bohren, damit die Stege nicht ausbrechen.
- Bohrloch ausblasen oder ausbürsten. Bohrmehl im Loch kostet spürbar Haltekraft.
- Dübel bündig einsetzen, bei Putzfassaden bis in den tragenden Untergrund.
- Ringschraube eindrehen, bis sie fest sitzt und die Öse so nah wie möglich an der Oberfläche liegt. Zum Schluss die Öse senkrecht ausrichten, damit der Haken sauber einhängt.
- Wo nötig, Probebelastungen durchführen und protokollieren, dann den Gerüsthalter einhängen und mit der Normalkupplung anschließen.
Nach dem Abbau werden die Ringschrauben herausgedreht, der Dübel bleibt in der Regel stecken und wird mit einer Kappe verschlossen.
Probebelastung
Ist die Tragfähigkeit nicht durch Zulassung oder Berechnung belegt, wird sie vor Ort per Auszugsgerät geprüft. Üblich ist eine Prüflast vom 1,2-Fachen der geforderten Ankerkraft. Geprüft werden bei Beton mindestens 10 Prozent, bei anderen Baustoffen mindestens 30 Prozent der Anker, jedoch mindestens fünf. Welche Punkte geprüft werden, bestimmt eine befähigte Person, die Ergebnisse werden während der ganzen Standzeit aufbewahrt.
Worauf Sie achten sollten
- Alte Dübel kritisch sehen: Der Dübel bleibt nach dem Abbau meist unter der Kappe in der Wand. Beim nächsten Einrüsten nur weiterverwenden, wenn er fest sitzt und unbeschädigt ist, sonst daneben neu bohren. Im Zweifel hilft eine Probebelastung.
- Randabstand: Nicht zu nah an Fensterleibungen, Fugen oder Gebäudekanten bohren, dort bricht der Stein leicht aus.
- Falsche Befestigungspunkte: Fallrohrschellen, Fensterrahmen oder Geländer sind tabu.
- Verbogene Ösen: aussortieren, auch wenn die Schraube noch neu aussieht.
- Gebraucht oder neu? Ringschrauben lassen sich wiederverwenden, wenn Gewinde, Öse und Schweißnaht einwandfrei sind. Dübel und Kappen sind Verbrauchsmaterial und werden neu gekauft. Maßgeblich für Ankergrund und Befestigungsmittel bleiben Zulassung und Aufbau- und Verwendungsanleitung des Gerüsts sowie die Angaben des Dübelherstellers.
Algengar spurningar
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Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.