Treppengeländer
Treppengeländer sichern Gerüsttreppen an der offenen Seite: wie Außen- und Innengeländer aufgebaut sind, wie man sie montiert und was beim Kauf zählt.
Auch bekannt als: Treppenhandlauf, Handlauf, Außengeländer, Innengeländer, Treppeninnengeländer, Doppelhandlauf, Treppenlaufgeländer

Wozu dient das Treppengeländer?
Wer auf einer Baustelle zwanzig Mal am Tag mit Eimer und Werkzeug die Gerüsttreppe hoch- und runterläuft, hält sich irgendwann nicht mehr bewusst fest. Genau dafür ist das Treppengeländer da: Es begleitet den schrägen Treppenlauf und verhindert, dass jemand seitlich abrutscht oder über die offene Seite stürzt. Am normalen Gerüstfeld übernimmt das der Seitenschutz mit seinen waagerechten Holmen. An einer Gerüsttreppe passt das nicht, weil die Absturzkante schräg verläuft. Das Treppengeländer folgt deshalb der Neigung des Laufs und schließt oben und unten an die Podeste an.
Ohne Geländer wird kein Treppenturm freigegeben. Gerade beim Abwärtsgehen mit Last in der Hand ist der Handlauf der einzige Halt, und die offene Seite eines Laufs liegt schnell mehrere Meter über dem Boden.
Aufbau und Varianten
Im Kern ist ein Treppengeländer ein schräg gestellter Rohrrahmen, meist aus Aluminium, seltener aus verzinktem Stahl. Oben sitzt der Handlauf, darunter ein zweiter Holm etwa in Kniehöhe. Viele Ausführungen vereinen beide Holme in einem Bauteil. Die Länge richtet sich nach dem Treppenlauf, also nach gängigen Feldlängen wie 2,57 m oder 3,07 m und nach der üblichen Lagenhöhe von 2 m.
Grob unterscheidet man:
- Außengeländer – an der freien Seite des Laufs, die vom Gerüst weg zeigt.
- Innengeländer – an der Innenseite, etwa zum Treppenauge hin, wenn zwei Läufe gegenläufig nebeneinander liegen, oder bei größerem Abstand zur Wand.
- Umlauf- oder Podestgeländer – schließt am Podest die Lücke zwischen zwei Läufen.
- Zubehör wie Geländerhalter, Treppengeländerpfosten und Sperrgeländer, mit denen Restöffnungen geschlossen werden.
Angeschlossen wird je nach System unterschiedlich. Beim Rahmengerüst steckt man das Geländer oft in vorhandene Aufnahmen an der Treppe oder befestigt es mit angeschweißten Halbkupplungen am Rahmen. Beim Modulgerüst mit Rosette liegt es häufig oben auf den Riegeln und unten auf Haltern an der Lochscheibe auf oder hat eigene Keilköpfe.
So wird das Treppengeländer montiert
- Treppenlauf einhängen und gegen Abheben sichern, wie es die Aufbau- und Verwendungsanleitung vorsieht.
- Falls nötig, Geländerhalter am Antritt und Austritt am äußeren Stiel oder Rahmen anbringen.
- Außengeländer auflegen oder einstecken, Keile festschlagen bzw. Kupplungen anziehen.
- Innengeländer dort ergänzen, wo eine Öffnung bleibt – vor allem bei gegenläufigen Treppentürmen.
- Am Podest Umlauf- und Stirngeländer sowie den dreiteiligen Seitenschutz mit Bordbrett vervollständigen.
- Alle Verbindungen nachsehen und den Lauf einmal komplett abgehen: Wackelt etwas, ist irgendwo eine Lücke?
Montiert wird Lage für Lage aus der bereits gesicherten Ebene heraus. Beim Abbau geht es umgekehrt: Das Geländer eines Laufs kommt erst weg, wenn darüber niemand mehr unterwegs ist.
Worauf Sie achten sollten
- Lücken am Podest: Der häufigste Mangel ist eine offene Stelle dort, wo Lauf und Podest zusammentreffen. Hier gehören Umlauf- oder Sperrgeländer hin.
- Passendes Bauteil: Treppengeländer sind auf Länge und Steigung eines bestimmten Laufs abgestimmt. Ein Geländer von einer anderen Treppe passt oft „irgendwie“, sitzt aber nicht sicher.
- Verformungen: Aluminium verzeiht Stöße schlecht. Eingedrückte Rohre, angerissene Schweißnähte oder verbogene Einhängehaken sind ein Ausschlussgrund.
- Anschlüsse: Keile, Halbkupplungen und Haken müssen vollständig und gängig sein.
- Prüfung: Wie das übrige Gerüst wird auch der Treppenturm vor der Freigabe von einer befähigten Person nach TRBS 2121 kontrolliert.
- Gebraucht kaufen: Fragen Sie, zu welcher Treppe das Geländer gehört, und prüfen Sie Rohre, Nähte und Anschlüsse auf Risse und Dellen. Abrieb und Mörtelreste sind normal, krumme Holme nicht.
Treppe oder Leiter?
Eine Treppe mit Geländer ist der deutlich bequemere und sicherere Zugang als eine Gerüstleiter im Durchstieg. Wenn viele Leute täglich hoch müssen oder schweres Werkzeug mitgetragen wird, lohnt sich der Treppenturm fast immer – und das Geländer gehört dann fest dazu.
Algengar spurningar
Wie hoch muss ein Treppengeländer am Gerüst sein?
Braucht eine Gerüsttreppe ein Innengeländer?
Kann man Treppengeländer verschiedener Treppen untereinander tauschen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.