Gerüst-Wiki · Schutzdach, Schutzwand, Wetterschutz

Schutzwand und Dachfang

Schutzwand und Dachfang fangen Dachdecker an der Traufe auf, bevor sie abstürzen. Aufbau, wichtige Abstände, Montage und typische Fehler einfach erklärt.

Auch bekannt als: Dachfanggerüst, Dachfang, Dachfangwand, Schutzgitter, Dachdeckerschutzwand, Seitenschutzgitter, Fanggitter

Schutzwand und Dachfang – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Schutzwand und Dachfang
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient die Schutzwand?

Auf einem geneigten Dach genügt ein Ausrutscher auf nassen Ziegeln, und man rutscht unaufhaltsam Richtung Traufe. Ohne Sicherung endet das mit einem Sturz aus mehreren Metern Höhe. Die Schutzwand ist die Antwort darauf: eine rund zwei Meter hohe, geschlossene Wand auf der obersten Gerüstlage, die abrutschende Personen und Material auffängt. Zusammen mit der Belagfläche davor bildet sie das Dachfanggerüst, auf der Baustelle meist kurz „Dachfang“ genannt.

Gebraucht wird der Dachfang vor allem bei Arbeiten auf Dächern mit mehr als 20° Neigung: Neueindeckung, Dämmung, Solaranlage, Rinnenwechsel. Er sichert alle, die oben arbeiten, gleichzeitig und lässt ihnen die Hände frei.

Aufbau und Varianten

Eine Schutzwand besteht aus senkrechten Pfosten und einer Füllung:

  • Schutzgitterstützen, auch Dachdeckerpfosten genannt – etwa 2 m hohe Rohre, die auf die obersten Rahmen, Stiele oder auf Konsolen gesteckt werden.
  • Schutzgitter – Stahlgitterrahmen in Feldlänge, typischerweise zwei übereinander, die an den Stützen eingehängt und verkeilt werden.
  • Alternativ Netze – Schutznetze nach DIN EN 1263 mit höchstens 100 mm Maschenweite, die an oben und unten liegenden Geländerholmen befestigt werden.
  • Bordbrett am Fuß der Wand, damit unten nichts durchrutscht.

Auch die Stirnseiten werden geschlossen, sonst rutscht man um die Ecke vom Gerüst. Steht die Traufe weit über, braucht man häufig eine Innenkonsole, damit die Belagfläche nah genug ans Dach heranreicht.

Für die Lage gelten Grenzwerte, die sich in den Anleitungen wiederfinden: Die oberste Belagfläche liegt höchstens 1,50 m unter der Traufkante, und zwischen Traufkante und Schutzwand bleiben mindestens 0,70 m Abstand. Die Wand muss die Traufe so weit überragen, dass ein abrutschender Mensch sicher aufgefangen wird. Maßgeblich sind DIN 4420-1, die DGUV Information 201-011 und die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Systems.

So wird die Schutzwand montiert

  1. Oberste Gerüstlage komplett auslegen, Abstand und Höhe zur Traufe messen, bei Bedarf Konsolen ergänzen.
  2. Schutzgitterstützen aufstecken und gegen Herausziehen sichern – meist mit Fallsteckern, je nach System zusätzlich mit Schraube oder Bolzen.
  3. Schutzgitter einhängen und verkeilen oder Geländerholme für Netze anbringen und die Netze befestigen.
  4. Bordbrett einsetzen und die Stirnseiten schließen.
  5. Oberste Lage so verankern, wie es die Anleitung für den Dachfang verlangt – meist durchgehend.
  6. Die Wand Feld für Feld abgehen: Sitzen alle Keile, ist keine Lücke offen?

Abgebaut wird erst, wenn auf dem Dach niemand mehr arbeitet, und dann in umgekehrter Reihenfolge.

Worauf Sie achten sollten

  • Abstand zur Traufe: Zu nah dran fehlt der Auffangraum, zu tief darunter wird der Aufprall zu hart. Vorher messen, nicht schätzen.
  • Verankerung: Eine Schutzwand bietet viel Windfläche und muss Stoßlasten aufnehmen. Ohne die verstärkte Verankerung der obersten Lage ist der Dachfang nicht standsicher.
  • Netze richtig befestigen: Netze ohne Randseil werden Masche für Masche aufgefädelt, Netze mit Randseil in kurzen Abständen mit Schnellverschlüssen angeschlagen. Ein Gerüstnetz zur Bekleidung ist kein Fangnetz.
  • Böden: In Fang- und Dachfanggerüsten dürfen nur Beläge liegen, die dafür zugelassen sind.
  • Gebrauchte Schutzgitter: Achten Sie auf ausgerissene Schweißpunkte, eingedrückte Gitter, verbogene Einhängehaken und gängige Keile. Die Stützen sollten gerade sein und eine saubere Bohrung für den Stecker haben.

Veelgestelde vragen

Ab welcher Dachneigung braucht man einen Dachfang?
Ein Dachfanggerüst wird typischerweise bei Arbeiten auf Dächern mit mehr als 20° Neigung eingesetzt, wenn keine andere Absturzsicherung vorhanden ist. Die Einzelheiten regeln die Arbeitsschutzvorschriften und die Gefährdungsbeurteilung.
Wie hoch muss eine Schutzwand am Dachfanggerüst sein?
Üblich sind rund 2 m über der Belagfläche. Entscheidend ist, dass die Wand die Traufkante ausreichend überragt; die genauen Maße stehen in der Aufbau- und Verwendungsanleitung.
Darf man beim Dachfang Netze statt Schutzgitter verwenden?
Ja, wenn die Anleitung es erlaubt. Verwendet werden Schutznetze nach DIN EN 1263 mit höchstens 100 mm Maschenweite, die fachgerecht an Geländerholmen befestigt werden.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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