Gerüst-Wiki · Tragwerk: Rahmen, Stiele, Riegel, Diagonalen

Stütze und Abstützung am Gerüst

Wenn kein Anker in die Wand darf, hält eine Abstützung das Gerüst. Welche Stützen es gibt, wie man sie anschließt und worauf es bei der Statik ankommt.

Auch bekannt als: Gerüstabstützung, Abstrebung, Strebe, Stützstrebe, Richtstütze, Kippsicherung, Schrägstütze

Schemazeichnung Stütze und Abstützung am Gerüst
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient eine Abstützung am Gerüst?

Normalerweise wird ein Fassadengerüst mit Gerüsthaltern an der Wand verankert. Doch manchmal geht das nicht: eine denkmalgeschützte Natursteinfassade, in die niemand bohren darf, eine Glasfront, eine freigelegte Giebelwand nach dem Abriss des Nachbarhauses oder ein Gerüst, das ganz ohne Bauwerk dasteht. Dann übernimmt eine Abstützung die Aufgabe des Ankers: Schräg gestellte Stützen leiten die waagerechten Kräfte aus Wind und Nutzung vom Gerüst in den Boden.

Eine zweite, alltäglichere Aufgabe ist die vorübergehende Kippsicherung beim Aufbau. Solange die erste Lage noch nicht verankert ist, kann das Gerüst kippen – zum Beispiel in dem Feld, in dem das Material hochgereicht wird. Eine provisorische Strebe in Höhe der ersten Belagebene schafft hier Ruhe.

Aufbau und Varianten

  • Strebe aus Gerüstrohr – die einfachste Lösung: ein Gerüstrohr, das mit Drehkupplungen schräg am Stiel angeschlossen wird, unten mit Fußplatte oder einem weiteren Rohr als Fußpunkt.
  • Teleskopierbare Abstützungen – zwei ineinandergeschobene Rohre mit Bolzen- oder Spindelverstellung und fest montierten Kupplungen. Die zulässige Auszugslänge ist begrenzt und am Bauteil erkennbar.
  • Richtstützen – aus dem Schalungsbau bekannte Spindelstützen, die über einen passenden Anschluss am Gerüststiel befestigt werden.
  • Fußpunkte – Stützenfußplatten, die mit Erdnägeln, Dübeln oder Ankerschrauben am Untergrund befestigt werden, oder Ballast.

Das Wort „Stütze“ begegnet einem im Gerüstbau auch an anderer Stelle, etwa bei Geländerstütze, Schutzgitterstütze oder Wetterschutzstütze. Gemeint sind dort aufgesteckte Pfosten, keine Abstützung im statischen Sinn – mehr dazu unter Geländerpfosten.

So wird ein Gerüst abgestützt

  1. Statik klären: Eine Abstützung anstelle der Verankerung braucht einen Nachweis für Stützkräfte, Winkel und Untergrund.
  2. Tragfähigkeit des Bodens prüfen und den Fußpunkt vorbereiten, bei weichem Boden mit lastverteilender Unterlage.
  3. Den Anschluss am Gerüst möglichst nah an einem Knoten oder Riegel setzen, damit der Stiel nicht auf Biegung beansprucht wird.
  4. Stütze anschließen und auf den geforderten Winkel einstellen – zu steil gestellte Stützen bringen wenig.
  5. Fußpunkt befestigen und die Kupplungen mit dem vorgeschriebenen Anzugsmoment anziehen, üblich sind 50 Nm.
  6. Die Stützen bei Bedarf untereinander waagerecht und senkrecht aussteifen.
  7. Stützen als Hindernis kennzeichnen, damit niemand darüber stolpert oder mit dem Stapler dagegen fährt.

Abstützungen wachsen fortlaufend mit dem Gerüst und werden erst entfernt, wenn darüber keine Lage mehr steht, die auf sie angewiesen ist.

Worauf Sie achten sollten

  • Untergrund: Der beste Anschluss nützt nichts, wenn der Fuß im aufgeweichten Boden wegrutscht.
  • Auszugslänge: Teleskopstützen nie über die markierte Grenze ausziehen.
  • Anfahrschutz: Stützen ragen in Verkehrsflächen hinein. Absperren oder deutlich kennzeichnen.
  • Nicht nach Gefühl: Eine Abstützung „statt Anker“ ohne Berechnung gehört zu den riskantesten Improvisationen am Gerüst.
  • Gebraucht kaufen: Rohre auf Geradheit, Dellen und Rost prüfen, Kupplungen auf gängige Schrauben, Spindeln auf saubere Gewinde. Bei Teleskopstützen müssen Bolzen und Bohrungen ohne Spiel passen.

Abstützung oder Verankerung?

Wo es irgendwie geht, ist der Anker die einfachere Lösung: Er braucht keinen Platz vor dem Gerüst und keinen tragfähigen Boden. Die Abstützung spielt ihre Stärken dort aus, wo die Fassade tabu ist oder ganz fehlt. Sie benötigt allerdings Fläche – bei hohen Gerüsten reichen die Stützen mehrere Meter nach außen – und gehört deshalb von Anfang an in die Baustellenplanung.

Najczęściej zadawane pytania

Kann man ein Gerüst abstützen statt verankern?
Ja, wenn eine Verankerung nicht möglich ist, kann das Gerüst mit schrägen Stützen zum Boden hin gesichert werden. Dafür braucht es einen statischen Nachweis, und der Untergrund muss die Kräfte aufnehmen können.
Wie wird eine Gerüstabstützung befestigt?
Oben mit Kupplungen oder einem speziellen Anschluss am Gerüststiel nahe einem Knoten, unten über eine Fußplatte, die mit Erdnägeln, Dübeln oder Ankerschrauben gesichert wird.
Wann braucht man beim Gerüstaufbau eine Kippsicherung?
Solange die unteren Lagen noch nicht verankert sind, etwa beim Hochreichen von Material in der ersten Lage. Eine vorübergehende Abstützung verhindert dann das Umkippen.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

Szukają Państwo rusztowania? Udzielamy bezpłatnych i niezobowiązujących porad – w języku niemieckim, angielskim, francuskim, hiszpańskim, rosyjskim, ukraińskim, tureckim i węgierskim.