Fußspindel
Wie die Fußspindel das Gerüst trägt, Unebenheiten im Boden ausgleicht und wie weit man sie herausdrehen darf, erklärt ein Gerüstbauer verständlich.
Auch bekannt als: Gewindefußplatte, Spindelfuß, Stellspindel, Gerüstspindel, Normalspindel, Gerüstfuß, Schuh, Schua

Wozu dient die Fußspindel?
Kein Baugrund ist wirklich eben. Ein Gehweg fällt zur Straße hin ab, der Hof hat Pflastersenken, die Terrasse ein Gefälle. Die Fußspindel ist das Bauteil, das diese Unterschiede auffängt. Sie steckt unten im Ständer des Stellrahmens oder im Anfangsstück eines Modulgerüsts und lässt sich über eine Mutter stufenlos in der Höhe verstellen. So steht die erste Gerüstlage waagerecht, und alles, was darüber kommt, steht im Lot.
Gleichzeitig ist die Spindel der Punkt, an dem die gesamte Last eines Ständers in den Boden geht. Böden, Material, Menschen und das Eigengewicht von zwanzig Metern Gerüst laufen hier zusammen. Eine falsch eingesetzte Spindel ist deshalb kein Schönheitsfehler, sondern ein Risiko für die Standsicherheit.
Aufbau und Varianten
Eine Fußspindel besteht aus drei Teilen: der quadratischen Fußplatte aus Stahlblech, häufig etwa 15 × 15 cm groß, dem Gewindestab und der Spindelmutter, oft mit Flügeln, damit man sie ohne Werkzeug drehen kann. Viele Muttern haben eine Nase oder Aussparung, die das Ständerrohr zentriert. Alles ist in der Regel feuerverzinkt.
- Längen: verbreitet sind Spindeln mit 0,40 m, 0,60 m und 0,80 m Gesamtlänge.
- Hohl oder massiv: Hohlspindeln sind leichter, massive oder verstärkte Spindeln tragen mehr und werden für höhere Lasten eingesetzt.
- Schwenkbare Spindel: mit gelenkig gelagerter Fußplatte für geneigte Flächen, siehe Fußplatte und Gelenkfußplatte.
Entscheidend ist die zulässige Auszugslänge. Gemessen wird von der Unterkante der Fußplatte bis zur Unterkante des Rahmens. Je nach System und Konfiguration liegt sie in der Regelausführung oft irgendwo zwischen gut 20 und gut 40 cm. Den genauen Wert finden Sie in der Aufbau- und Verwendungsanleitung, und er gilt nur für die dort beschriebenen Spindeltypen.
So wird die Fußspindel montiert
- Untergrund prüfen und, wo nötig, eine lastverteilende Unterlage auslegen.
- Am höchsten Punkt der Aufstellfläche beginnen. Dort wird die Spindel nur wenig herausgedreht, damit am tiefsten Punkt noch Reserve bleibt.
- Spindeln im Rastermaß auf die Unterlagen stellen, Mutter grob auf die erwartete Höhe drehen.
- Die ersten Rahmen aufstecken und über Geländer oder Riegel verbinden.
- Mit der Wasserwaage ausrichten: Geländerholm oder Riegel waagerecht, Rahmen senkrecht. Nachspindeln, bis alles passt.
- Kontrollieren, dass jede Fußplatte vollflächig aufliegt und die maximale Auszugslänge nirgends überschritten ist.
Reicht die Spindel nicht mehr aus, kommt ein Ausgleichsrahmen zum Einsatz. Bei großen Auszügen schreibt manche Anleitung zusätzlich eine Horizontalstrebe oder eine Rohrverbindung in Spindelnähe vor.
Worauf Sie achten sollten
- Einseitiges Aufsetzen: Liegt die Platte nur auf einer Kante, wird der Gewindestab auf Biegung beansprucht. Das kann zum Versagen führen.
- Gewinde sauber halten: Mörtel, Beton und Sand im Gewinde machen die Mutter schwergängig. Vor dem Einlagern kurz ausbürsten.
- Krumme Spindeln: Schon ein leichter Bogen ist ein Ausschlussgrund. Einfach auf eine ebene Fläche rollen, dann sieht man es.
- Fußplatte und Schweißnaht: verbogene Platten und angerissene Nähte aussortieren.
- Nicht zu weit herausdrehen: Das Gewinde muss auch bei voller Verstellung ausreichend tief im Ständer stecken.
- Gebraucht kaufen: Mutter von Hand über die ganze Länge drehen lassen, Gewinde auf Beschädigung prüfen, auf gleichmäßige Verzinkung achten. Rostansatz an der Oberfläche ist weniger kritisch als ein verbogener Stab.
Поширені запитання
Wie weit darf man eine Gerüstspindel herausdrehen?
Braucht jede Fußspindel eine Unterlage?
Was tun, wenn die Spindel nicht mehr ausreicht?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.