Stellrahmen (Vertikalrahmen)
Der Stellrahmen trägt beim Rahmengerüst jede Lage. Hier lesen Sie, wie er aufgebaut ist, wie man ihn sauber stellt und was beim Gebrauchtkauf zählt.
Auch bekannt als: Vertikalrahmen, Gerüstrahmen, Fassadenrahmen, Standrahmen, Stahlrahmen, Steher, Steller, Schtea

Wozu dient der Stellrahmen?
Wer an einer Fassade ein Rahmengerüst sieht, sieht vor allem Stellrahmen. Sie stehen quer zur Wand, einer neben dem anderen im Abstand der Feldlänge, und bilden das eigentliche Skelett. Jeder Rahmen leitet die Lasten aus Belägen, Material und Personen senkrecht nach unten in die Fußspindeln und von dort in den Untergrund. Gleichzeitig gibt er die Breite der Arbeitsebene vor und die Höhe von Lage zu Lage.
Ohne Stellrahmen gibt es beim Rahmengerüst schlicht nichts, woran man Böden einhängen, Geländer anschließen oder Halter befestigen könnte. Er ist das Bauteil, um das herum alle anderen Teile gedacht sind.
Aufbau und Varianten
Ein Stellrahmen besteht aus zwei senkrechten Stielen aus Rohr mit 48,3 mm Außendurchmesser und einem oberen Querriegel, der die beiden Stiele verbindet. Dieser Querriegel ist meist als Profil ausgebildet, in das die Beläge mit ihren Krallen eingehängt werden. Ein kurzer Zwischenriegel oder eine Eckverstärkung sorgt dafür, dass der Rahmen in sich steif bleibt.
Oben am Stiel sitzt in der Regel ein fest eingepresster Rohrverbinder, auf den der nächste Rahmen gesteckt wird. Am äußeren Stiel findet man Anschlüsse für Geländer, Bordbrett und Diagonale, je nach System als Kippstift, Bolzen oder Keiltasche. Rahmen mit zusätzlichen Anschlüssen am inneren Stiel erlauben ein Innengeländer, etwa wenn der Wandabstand zu groß wird.
- Höhe: Standard sind 2,00 m, das ergibt die übliche Lagenhöhe.
- Breite: Die schmalen Rahmen mit 0,70 bzw. 0,73 m nehmen zwei Beläge nebeneinander auf und sind das typische Gerüst für Maler und Verputzer. Maurergerüste sind dagegen immer 1,00 bzw. 1,09 m tief, dort liegen drei Beläge nebeneinander, damit neben dem Arbeitsplatz Platz für Steine und Mörtelkübel bleibt. Das genaue Maß hängt vom Hersteller ab.
- Werkstoff: Stahl feuerverzinkt als robuste Standardausführung, Aluminium für leichtere Handhabung.
- Sonderformen: Ausgleichsrahmen für Höhenunterschiede, Durchgangsrahmen für Fußgänger, Rahmen für Brüstungen oder Traufbereiche und Reduzierstücke von breit auf schmal.
So wird der Stellrahmen montiert
- Untergrund prüfen, lastverteilende Unterlagen auslegen und Fußspindeln aufsetzen.
- Die ersten beiden Rahmen senkrecht auf die Spindeln stecken und gegen Umkippen sichern, am besten mit einem Helfer.
- Geländer oder Längsriegel einhängen und im Diagonalfeld die Vertikaldiagonale anschließen. Erst dann steht das erste Feld stabil.
- Beläge einhängen, das Feld mit Wasserwaage in Längs- und Querrichtung ausrichten, Spindeln nachstellen.
- Feld für Feld weiterbauen, danach die nächste Lage: Rahmen von der gesicherten Ebene aus aufstecken, Seitenschutz montieren, Beläge sichern.
- Gerüsthalter nach dem Ankerraster der Aufbau- und Verwendungsanleitung am Rahmenstiel nahe dem Knoten anschließen.
Abgebaut wird in umgekehrter Reihenfolge, Lage für Lage von oben. Halter kommen erst raus, wenn die Lage darüber vollständig abgebaut ist.
Worauf Sie achten sollten
- Stiele müssen gerade sein. Schon eine leichte Krümmung, etwa nach einem Anprall durch Stapler oder Lkw, mindert die Tragfähigkeit deutlich. Ein solcher Rahmen gehört aussortiert.
- Der eingepresste Rohrverbinder darf nicht wackeln oder sich drehen lassen.
- Kippstifte und Bolzen müssen leichtgängig sein; festgerostete Anschlüsse verleiten dazu, Geländer nur lose aufzulegen.
- Schweißnähte an Stiel und Querriegel auf Risse prüfen, das Belagprofil darf nicht aufgebogen sein.
- Rahmen verschiedener Systeme nicht mischen. Maßgeblich sind Aufbau- und Verwendungsanleitung und Zulassung des jeweiligen Systems.
- Beim Kauf gebrauchter Rahmen lohnt ein Blick auf die Prägung mit Herstellerkennzeichen und Jahr sowie auf den Zustand der Verzinkung. Weißrost ist meist harmlos, tiefer Rost an Stielfuß oder Schweißnaht nicht.
Stahl oder Aluminium?
Stahlrahmen verzeihen grobe Behandlung, sind im Dauereinsatz langlebig und stecken auch mal einen harten Abwurf auf den Lkw weg. Aluminiumrahmen wiegen spürbar weniger, was beim Hochreichen über viele Lagen den Rücken schont, sind aber empfindlicher gegen Dellen. Viele Betriebe fahren deshalb gemischt: Stahl für Baustellen mit rauem Umgang, Alu dort, wo viel von Hand getragen wird. Innerhalb eines Gerüstes gilt aber: Nur kombinieren, was die Anleitung ausdrücklich zulässt.
Поширені запитання
Wie hoch ist ein Stellrahmen beim Rahmengerüst?
Welche Breite brauche ich: 0,73 m oder 1,09 m?
Kann man verbogene Gerüstrahmen wieder richten?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.