Gerüst-Wiki · Schutzdach, Schutzwand, Wetterschutz

Wetterschutzdach (Kederdach)

Ein Kederdach auf dem Gerüst hält Regen vom offenen Dachstuhl und von der Baustelle fern. Aufbau, Montage, Windsog und wichtige Prüfpunkte im Überblick.

Auch bekannt als: Kederdach, Gerüstdach, Notdach, Einhausung, Rolldach, Kederplanendach

Wetterschutzdach (Kederdach) – Beispiel aus unserem Lager
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Wozu dient ein Wetterschutzdach?

Wenn bei einer Dachsanierung der alte Dachstuhl offen liegt, darf es nicht hineinregnen – auch nicht nachts oder am Wochenende. Dafür baut man ein Wetterschutzdach: ein vorübergehendes Dach über dem Gebäude oder der Arbeitsstelle, getragen vom Gerüst. Darunter wird unabhängig vom Wetter weitergearbeitet, Material bleibt trocken und die Bausubstanz ist geschützt. Typische Einsätze sind Dachsanierungen, Denkmalpflege, Schadstoffsanierungen und Arbeiten an Brücken oder Industrieanlagen.

Durchgesetzt hat sich das Kederdach. Der Name kommt vom Keder, einem verdickten Wulst am Planenrand. Er wird in eine Schiene eingezogen und hält die Plane straff und sturmfest.

Aufbau und Varianten

Ein Kederdach ist im Grunde ein leichtes Hallendach, das auf dem Gerüst sitzt:

  • Dachbinder – Fachwerkträger aus Aluminium, ähnlich einem Gitterträger, aber mit Kederschienen im Obergurt. Sie werden zu Sattel- oder Pultdächern zusammengesetzt.
  • Firststücke und Auflager – verbinden die Binder im First und leiten die Lasten am Fußpunkt in die Gerüststiele.
  • Riegel und Verbände – Längsriegel, Diagonalen und Windverbände halten die Binder auf Abstand und steifen das Dach aus.
  • Kederplanen – werden zwischen zwei Bindern eingezogen und anschließend gespannt.

Für kleinere Aufgaben gibt es einfachere Lösungen: Wetterschutzstützen auf der obersten Lage, über die Planen gespannt werden, oder verlängerte Vertikalstiele beim Modulgerüst, die ein flaches Planendach tragen. Große Spannweiten und Verfahrdächer, die auf Rollen über das Gebäude geschoben werden, brauchen immer eine eigene Planung.

So wird ein Wetterschutzdach montiert

  1. Statik klären: Spannweite, Wind, gegebenenfalls Schnee und Verankerung werden vorab berechnet. Ohne Nachweis kein Dach.
  2. Das tragende Gerüst aufbauen und vor allem die obersten Lagen kräftig verankern – oft deutlich stärker als im Regelfall und mit zugfest verbundenen Stielstößen.
  3. Binder am Boden mit Riegeln und Diagonalen zu Dachfeldern vormontieren.
  4. Die Felder mit dem Kran einheben oder feldweise über das Gerüst einschieben, auf die Auflager setzen und sichern.
  5. Kederplanen einziehen, gleichmäßig spannen und an der Traufe befestigen.
  6. Giebel schließen und die Seiten mit Planen bekleiden, damit der Wind nicht unter das Dach fährt.

Beim Abbau kommen erst die Planen, dann die Binder und zuletzt die Zusatzanker weg.

Worauf Sie achten sollten

  • Windsog: Ein Dach wird bei Wind nicht nur gedrückt, sondern auch angehoben. Stiele und Gerüsthalter darunter müssen Zug aufnehmen können.
  • Schnee und Wasser: Viele Wetterschutzdächer sind nicht für Schneelast ausgelegt. Schnee räumen und Wassersäcke in der Plane vermeiden, etwa durch zusätzliche Riegel oder bessere Spannung.
  • Geschlossene Hülle: Offene Seiten lassen den Wind von innen gegen das Dach drücken. Planen gehören auch um die Stirnseiten herum.
  • Kederschienen: Eingedrückte oder verbogene Schienen lassen die Plane nicht mehr durchlaufen oder geben sie bei Sturm frei.
  • Gebraucht kaufen: Binder auf Dellen in den Gurten, gerissene Schweißnähte und beschädigte Schienen prüfen, Planen auf Risse und ausgefranste Keder. Ein gebrauchtes Dachsystem ist nur mit vollständigen Unterlagen und passender Statik sinnvoll einsetzbar.
  • Prüfung: Vor der Freigabe kontrolliert eine befähigte Person nach TRBS 2121 Gerüst und Dach gemeinsam, nach einem Sturm wird erneut nachgesehen.

Preguntas frecuentes

Was ist ein Kederdach?
Ein Kederdach ist ein vorübergehendes Wetterschutzdach aus Aluminium-Fachwerkträgern, in deren Schienen Planen mit eingenähtem Randwulst, dem Keder, eingezogen werden. Es wird meist auf einem Gerüst über Dachbaustellen errichtet.
Hält ein Wetterschutzdach Schnee aus?
Nur wenn es dafür berechnet ist. Viele Ausführungen sind lediglich für eine geringe Mindestlast ausgelegt, Schnee muss dann zeitnah geräumt werden.
Braucht man für ein Kederdach eine Statik?
Ja. Spannweite, Windlasten und die Verankerung des tragenden Gerüsts müssen für jedes Wetterschutzdach nachgewiesen werden.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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