Gerüsttreppe und Treppenturm
Gerüsttreppe und Treppenturm machen den Weg aufs Gerüst bequem und sicher. Erfahren Sie, wie der Turm aufgebaut, verankert und vor der Freigabe geprüft wird.
Auch bekannt als: Treppenturm, Podesttreppe, Alutreppe, Treppenaufgang, Treppenlauf, Treppenaufstieg, Bautreppe

Wozu dienen Gerüsttreppe und Treppenturm?
Wer achtmal am Tag mit Eimer, Werkzeugkiste oder Messgerät auf die fünfte Lage muss, lernt eine Treppe schnell schätzen. Die Gerüsttreppe ersetzt den Leitergang durch richtige Stufen mit Handlauf. Man geht aufrecht, die Hände bleiben frei für den Handlauf, und auch weniger geübte Personen – Bauleiter, Sachverständige, Kunden bei der Abnahme – kommen sicher nach oben.
Auf vielen Baustellen ist die Treppe deshalb erste Wahl, gerade bei hohen Gerüsten oder wenn viele Gewerke gleichzeitig arbeiten. Sie wird meist als eigener Treppenturm vor das Gerüst gestellt; bei Arbeits- und Industriegerüsten gibt es auch freistehende Türme.
Aufbau und Varianten
Ein Treppenturm besteht aus einem Grundgerüst – Rahmen oder Stiele mit Riegeln – in das je Etage ein Treppenlauf eingelegt wird.
- Podesttreppe: Meist aus Aluminium, mit Treppenlauf und integrierten Podesten am oberen und unteren Ende. Sie wird in ein Feld von häufig 2,57 m Länge eingehängt und überwindet eine Etage von etwa 2 m.
- Treppenwangen mit Stufen: Bei Modulgerüsten werden oft einzelne Wangen und Stufen kombiniert, je nach Länge und Höhe mit unterschiedlicher Stufenzahl.
- Handlauf außen als Treppengeländer oder Doppelhandlauf, oft mit vormontierten Halbkupplungen; ein Innengeländer kann ergänzt werden.
- Gleichläufig oder gegenläufig: Entweder laufen alle Treppen in dieselbe Richtung und man geht auf jeder Lage ein Stück am Gerüst entlang, oder die Läufe wechseln die Richtung und münden immer am selben Punkt.
Getragen wird der Turm entweder von normalen Rahmen bzw. Stielen oder von eigenen Treppenständern. Die Breite des Treppenfelds hängt vom System ab.
So wird der Treppenturm aufgebaut
- Standort festlegen, tragfähigen Untergrund prüfen und lastverteilende Unterlagen mit Fußspindeln setzen.
- Untere Lage mit Belagriegel oder Traverse bzw. Anfangsstück aufbauen und waagerecht ausrichten.
- Ersten Treppenlauf einlegen, die nächsten Rahmen oder Stiele aufstecken und gegen Umfallen sichern.
- Diagonalen und Geländerholme einbauen, Treppengeländer anschließen.
- Turm in der Flucht zum Gerüst ausrichten und regelmäßig, häufig alle 4 m, mit Rohren und Kupplungen an das Gerüst anbinden.
- An diesen Anschlussstellen das Gerüst verankern – auch dort, wo es sonst keine Anker bräuchte.
- Oberen Abschluss wie die oberste Gerüstlage mit vollem Seitenschutz herstellen und Übergänge spaltfrei schließen.
Beim Abbau verläuft alles in umgekehrter Reihenfolge; die Treppe bleibt so lange stehen, wie oben noch gearbeitet wird.
Worauf Sie achten sollten
- Verankerung: Ein Treppenturm hat eine große Angriffsfläche und viel Verkehr. Fehlende Anbindungen sind einer der häufigsten Mängel.
- Freistehende Türme brauchen Ballast, Abspannung oder einen statischen Nachweis.
- Handlauf durchgehend, auch am oberen Austritt. Gerade dort fehlt oft ein Stück Geländer.
- Kein Lager auf der Treppe: Stufen und Podeste sind Fluchtweg und keine Ablage.
- Verformte Wangen, eingerissene Stufen oder lockere Einhängehaken gehören aussortiert.
- Beim Gebrauchtkauf Einhängeklauen, Trittflächen und Schweißnähte prüfen und darauf achten, dass Treppe, Geländer und Feldlänge zum vorhandenen System passen.
Die genaue Ausführung regeln die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des Systems. Wo kein Platz für einen Turm ist, bleibt der Leitergang die Alternative.
Perguntas frequentes
Wie oft muss ein Gerüst-Treppenturm verankert werden?
Wie hoch ist eine Etage bei der Gerüsttreppe?
Darf ein Treppenturm frei stehen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.