Gerüst-Wiki · Schutzdach, Schutzwand, Wetterschutz

Gerüstnetz und Gerüstplane

Gerüstnetze und Planen halten Staub, Schmutz und Regen zurück, machen das Gerüst aber zum Segel. So werden sie richtig befestigt und verankert.

Auch bekannt als: Gerüstbekleidung, Staubschutznetz, Gerüstschutznetz, Gerüstplane, Kederplane, Abdeckplane, Werbeplane

Gerüstnetz und Gerüstplane – Beispiel aus unserem Lager
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Wozu dienen Gerüstnetz und Gerüstplane?

Wer einmal eine Fassade in einer engen Altstadtgasse abgestrahlt hat, weiß: Ohne Bekleidung landet der Staub beim Nachbarn auf dem Balkon. Gerüstnetze und Planen werden außen am Gerüst angebracht und halten Staub, Farbnebel, Schmutz und kleine Teile zurück. Planen schützen zusätzlich vor Regen und Zugluft, etwa wenn Putz bei schlechtem Wetter trocknen muss. Ganz nebenbei verdecken sie die Baustelle – bis hin zur bedruckten Werbeplane an der Innenstadtfassade.

Eine Unterscheidung ist wichtig: Ein Gerüstnetz ist eine Bekleidung, kein Auffangnetz für Personen. Es ersetzt weder den Seitenschutz noch die Schutzwand am Dachfang.

Aufbau und Varianten

  • Gerüstnetze – meist grobmaschiges Kunststoffgewebe mit verstärkten Rändern und Ösen. Sie lassen Luft und Licht teilweise durch und halten groben Schmutz zurück.
  • Gerüstplanen – geschlossenes, oft gitterverstärktes Gewebe, teils lichtdurchlässig. Sie halten Wetter ab, fangen aber den vollen Wind.
  • Kederplanen – Planen mit eingenähtem Randwulst, die in Kederschienen eingezogen werden. So entsteht eine straffe Fläche, die kaum flattert.
  • Befestigungsmittel – Einmalbinder, Knebel- oder Gummibinder und Spanngurte.

Viele Netze und Planen gibt es im Systemmaß passend zu Feldlänge und Lagenhöhe, etwa für Felder von 2,57 m oder 3,07 m. Beim Kauf lohnt ein Blick auf Brandverhalten, UV-Beständigkeit und Reißfestigkeit des Gewebes.

So werden Netz und Plane montiert

  1. Vorher klären, ob das Gerüst für die Bekleidung ausgelegt ist: Netze und erst recht Planen verlangen ein dichteres Ankerraster als ein unbekleidetes Gerüst.
  2. Die zusätzlichen Gerüsthalter setzen, solange man noch gut an alle Stellen kommt.
  3. Netz oder Plane an der Außenseite von oben her abrollen.
  4. Am Außenstiel befestigen, und zwar in kurzen Abständen – viele Anleitungen nennen höchstens 20 cm zwischen den Befestigungspunkten.
  5. Bahnen überlappend verbinden und die Bekleidung um die Stirnseiten herumführen, damit der Wind nicht dahinter greift.
  6. Zugänge und Aufzugsöffnungen sauber aussparen und deren Ränder ebenfalls festbinden.

Beim Abbau kommen zuerst die Planen herunter, die Zusatzanker erst danach.

Worauf Sie achten sollten

  • Windlast unterschätzt: Eine Plane macht aus dem luftigen Gerüst ein Segel. Das ist eine der häufigsten Ursachen, wenn Gerüste bei Sturm umstürzen. Ohne passendes Ankerraster laut Anleitung keine Bekleidung.
  • Sturmwarnung: Bei angekündigtem Sturm Planen lieber abnehmen oder einrollen, statt darauf zu hoffen, dass die Anker halten.
  • Befestigung: Lockere oder gerissene Binder zeitnah ersetzen. Eine flatternde Plane reißt sich selbst und ihre Befestigung kaputt.
  • Kein Halt für Personen: Nicht gegen Netz oder Plane lehnen und sie nie als Absturzsicherung verstehen.
  • Gebraucht kaufen: Netze und Planen auf Risse, ausgerissene Ösen, durch UV-Licht spröde Stellen und Brandlöcher prüfen. Kleine Löcher lassen sich flicken, ausgefranste Ränder eher nicht.

Netz oder Plane?

Ein Netz reicht, wenn es um Staub, Schutt und Sichtschutz geht, und belastet das Gerüst deutlich weniger. Eine Plane lohnt sich, wenn Wetterschutz gebraucht wird, zum Beispiel für Putzarbeiten im Spätherbst. Wer zusätzlich von oben trocken bleiben will, kombiniert die Planen mit einem Wetterschutzdach.

Frequently asked questions

Braucht ein Gerüst mit Plane mehr Anker?
Ja. Bekleidete Gerüste bieten dem Wind viel mehr Fläche, deshalb schreiben die Aufbau- und Verwendungsanleitungen für Netze und besonders für Planen ein dichteres Ankerraster vor.
Wie werden Gerüstplanen befestigt?
Meist mit Einmal- oder Knebelbindern am Außenstiel in kurzen Abständen, häufig höchstens 20 cm. Kederplanen werden in Kederschienen eingezogen.
Ist ein Gerüstnetz eine Absturzsicherung?
Nein. Gerüstnetze sind eine Bekleidung gegen Staub und Schmutz. Für den Personenschutz sind Seitenschutz, Schutzwände oder Schutznetze nach DIN EN 1263 zuständig.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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