Holzbohle (Gerüstbohle)
Holzbohlen gibt es als Systembelag mit Stahlbeschlag und als lose Gerüstdiele. Maße, Stützweiten, richtiges Verlegen und wann eine Bohle ausgemustert gehört.
Auch bekannt als: Gerüstbohle, Gerüstdiele, Holzboden, Vollholzbohle, Gerüstbrett, Bohlen, Laden, Püppis

Wozu dient die Holzbohle?
Die Holzbohle ist der Ursprung des Gerüstbelags – lange bevor es Systemböden aus Stahl und Alu gab, lagen Bretter auf Rohren. Heute begegnet sie Ihnen in zwei Formen: als Systembohle mit Stahlbeschlägen an den Enden, die wie ein Stahlboden eingehängt wird, und als lose Gerüstdiele, die auf Riegeln oder Rohren aufliegt. Beide bilden die Arbeitsfläche. Lose Dielen sind außerdem praktisch für Eckausbildungen, zum Schließen von Spalten oder als lastverteilende Unterlage unter den Fußplatten.
Holz ist angenehm zu begehen, wird im Winter nicht so eisig wie Stahl und ist bei Nässe weniger glatt. Dafür altert es schneller und will gepflegt werden.
Aufbau und Varianten
- Systembohle aus Holz: Vollholz oder verleimtes Holz, meist rund 29 bis 32 cm breit und etwa 45 bis 48 mm dick, an den Enden mit verzinkten Kopfbeschlägen und Klauen. Bei 0,73 m Gerüstbreite liegen zwei nebeneinander, beim Maurergerüst mit rund 1,00 bzw. 1,09 m Breite drei. Die Lastklasse sinkt mit der Länge: Eine 3 m lange Holzbohle schafft je nach System etwa Lastklasse 3, kurze Bohlen deutlich mehr.
- Lose Gerüstdiele: Nadelholz in Gerüstqualität, häufig 24 oder 28 cm breit und 4,5 cm dick, an den Stirnenden oft mit Bandeisen gegen Aufspalten. Wie weit sie frei spannen darf, hängt von Dicke, Breite und Lastklasse ab. Bei 4,5 cm Dicke sind für leichte Arbeiten Stützweiten um 2,25 m üblich, bei höheren Lastklassen deutlich weniger.
Im Modulgerüst setzt man für lose Bohlen zusätzliche Zwischenriegel ein, damit die zulässige Stützweite eingehalten wird.
So wird die Holzbohle montiert
- Jede Bohle vor dem Einbau ansehen: keine Risse, keine faulen Stellen, keine großen Äste quer durch den Querschnitt.
- Systembohlen mit den Klauen einhängen wie einen Stahlboden.
- Lose Dielen nur so weit frei spannen lassen, wie Dicke und Lastklasse es erlauben; bei Bedarf Zwischenriegel oder zusätzliche Rohrriegel setzen.
- Lose Dielen entweder auf Stoß mit eigenem Auflager je Bohle oder überlappend verlegen und dabei die geforderte Mindestauflage einhalten.
- Fugen klein halten – Spalte über etwa 25 mm sind nicht zulässig.
- Gegen Abheben und Verrutschen sichern, zum Beispiel mit Belagsicherungen oder angekuppelten Rohren, und erst dann den Seitenschutz komplettieren.
Beim Abbau die Bohlen nicht herunterwerfen; Holz splittert leichter, als man denkt.
Worauf Sie achten sollten
- Keine Aussteifung: Lose Gerüstdielen steifen die Gerüstlage nicht aus. Wo das System auf Systemböden setzt, braucht es mit Dielen zusätzlich eine Horizontalaussteifung.
- Holzzustand: Fäulnis, Pilzbefall, tiefe Längsrisse und durchgetretene Stellen heißen aussortieren. Eine Bohle, die beim Betreten federt oder knackt, hat auf dem Gerüst nichts verloren.
- Beschläge: Lose Nieten, verbogene Klauen und ausgerissene Bandeisen kontrollieren.
- Nicht kürzen oder flicken: Angesägte oder zusammengenagelte Bohlen sind tabu.
- Lagerung: Luftig und trocken stapeln, mit Zwischenhölzern. Nass auf einem Haufen liegende Bohlen sind nach einem Winter oft hinüber.
- Gebraucht kaufen: Holz ist ein Naturprodukt – jede Bohle einzeln prüfen. Gewicht und Klang verraten oft schon, ob sie trocken und gesund ist.
Frequently asked questions
Wie dick muss eine Gerüstbohle sein?
Darf ich normale Bretter als Gerüstbelag verwenden?
Wie lange halten Holzbohlen?
Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.