Gerüst-Wiki · Tragwerk: Rahmen, Stiele, Riegel, Diagonalen

Rosette und Lochscheibe (Knotenpunkt)

Rosette und Lochscheibe sind die Knoten des Modulgerüsts. Warum es große und kleine Löcher gibt und wie die Keilverbindung richtig sitzt, lesen Sie hier.

Auch bekannt als: Lochscheibe, Rosettenscheibe, Ringscheibe, Knotenscheibe, Anschlussscheibe, Knotenpunkt

Rosette und Lochscheibe (Knotenpunkt) – Beispiel aus unserem Lager
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Schemazeichnung Rosette und Lochscheibe (Knotenpunkt)
Schemazeichnung (herstellerneutral)

Wozu dient die Rosette?

Wer ein Modulgerüst versteht, versteht zuerst die Rosette. Sie ist die flache Stahlscheibe, die im Abstand von 0,50 m auf jeden Vertikalstiel geschweißt ist, und an ihr hängt buchstäblich alles: Riegel, Diagonalen, Konsolen, Geländer. Je nach Hersteller heißt sie Rosette oder Lochscheibe, gemeint ist dasselbe Prinzip.

Die Scheibe sorgt dafür, dass Kräfte aus allen Richtungen zentrisch in den Stiel geleitet werden. Das macht den Knoten steif und das Gerüst berechenbar. Ohne sie bräuchte man an jedem Anschluss eine Kupplung, mit allen Nachteilen: mehr Gewicht, mehr Schraubarbeit, mehr Möglichkeiten für Fehler.

Aufbau und Varianten

Die meisten Scheiben haben acht Öffnungen, die rundherum verteilt sind. Vier davon sind klein und eng, vier sind größer und länglich.

  • Kleine Öffnungen: Sie geben den rechten Winkel vor. Wer seine Riegel hier einhängt, bekommt automatisch ein rechtwinkliges Feld, ohne messen zu müssen.
  • Große Öffnungen: Hier lassen sich Bauteile in schrägen Winkeln anschließen, vor allem Diagonalen und Riegel bei Rundrüstungen oder verwinkelten Grundrissen.
  • Formen: rund, achteckig oder blütenförmig, je nach System. Die Funktion ist überall vergleichbar, die Teile sind aber nicht untereinander austauschbar.
  • Werkstoff: Stahl, zusammen mit dem Stiel feuerverzinkt.

Bis zu acht Bauteile können an einem einzigen Knoten zusammenkommen. Das macht die Scheibe so vielseitig: Längsriegel, Querriegel, Diagonale und Konsole treffen sich am selben Punkt, ohne dass zusätzliche Kupplungen nötig sind.

So wird an der Rosette angeschlossen

  1. Den Keilkopf des Riegels oder der Diagonale seitlich über die Scheibe schieben, sodass er sie oben und unten umfasst.
  2. Den Keil von oben durch die passende Öffnung stecken. Bei rechtwinkligen Feldern ist das die kleine Öffnung, bei Diagonalen die große.
  3. Das Feld ausrichten, solange die Keile nur lose stecken.
  4. Die Keile mit einem Metallhammer von etwa 500 g festschlagen, bis der Schlag spürbar zurückprallt. Erst dann ist die Verbindung kraftschlüssig.
  5. Vor der Freigabe die Keile kontrollieren, am einfachsten mit einem prüfenden Hammerschlag. Ein Keil, der noch nachgibt, war nicht fest.

Beim Abbau werden die Keile von unten herausgeschlagen. Dabei aufpassen, dass sich nicht gleichzeitig der Keil einer tragenden Diagonale löst, die noch gebraucht wird.

Worauf Sie achten sollten

  • Keile nie nur mit der Hand eindrücken. Ein loser Keil sieht von Weitem genauso aus wie ein fester.
  • Keinen schweren Fäustel verwenden, um Keile festzuschlagen oder herauszuholen. Das verformt Scheibe und Keilkopf.
  • Scheiben auf Verformung prüfen. Eine leicht nach unten gebogene Rosette deutet meist auf Überlast oder einen Sturz hin.
  • Risse an der Schweißnaht zwischen Scheibe und Rohr sind ein Ausschlussgrund.
  • Öffnungen müssen frei sein. Betonreste, Farbe oder dicke Zinknasen verhindern, dass der Keil richtig sitzt.
  • Beim Gebrauchtkauf lohnt es, ein paar Stiele mit einem passenden Riegel zu testen: Der Keil sollte sich sauber einführen lassen und nach dem Festschlagen ohne Spiel sitzen. Maßgeblich bleiben Aufbau- und Verwendungsanleitung und Zulassung des jeweiligen Systems.

Rosette oder Lochscheibe: Was ist besser?

Diese Frage hört man auf jeder Baustelle, und die ehrliche Antwort lautet: Beide funktionieren. Unterschiede gibt es in Details wie der Form der Öffnungen, der Zahl der möglichen Winkel oder dem Gewicht. Wichtiger als die Form ist, dass Sie innerhalb eines Gerüstes bei einem System bleiben und die Teile in gutem Zustand sind.

Frequently asked questions

Wofür sind die großen und kleinen Löcher in der Rosette?
Die kleinen Löcher legen den rechten Winkel fest und nehmen meist die Riegel auf. In die großen Löcher kommen Diagonalen und Riegel, die schräg angeschlossen werden sollen.
Wie fest muss der Keil an der Lochscheibe sitzen?
Der Keil wird mit einem Metallhammer von etwa 500 g festgeschlagen, bis der Schlag zurückprallt. Erst dann ist die Verbindung kraftschlüssig und darf belastet werden.
Wie viele Bauteile kann man an eine Rosette anschließen?
Die meisten Scheiben haben acht Öffnungen und erlauben damit bis zu acht Anschlüsse an einem Knoten. Wie viele tatsächlich zulässig sind, regelt die Anleitung des Systems.

Maßgeblich sind immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung und die Zulassung des jeweiligen Gerüstsystems. Auf-, Um- und Abbau nur durch fachkundige Beschäftigte unter Aufsicht einer befähigten Person.

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